Geschichte

Chronik der Rülzheimer Feuerwehr

Von der Handdruckspritze zur Drehleiter und zum Wechselladerfahrzeug

Über das Gründungsjahr der Rülzheimer Feuerwehr liegt kein genauer Bericht vor.
In Absprache mit dem Landesarchiv in Speyer/Rhein wurde das Jahr 1859 als Gründungsjahr der Freiwilligen Feuerwehr Rülzheim angenommen.
Aus alten Protokollbüchern der Gemeinde Rülzheim kann man entnehmen, dass sich im Jahre 1838 der damalige Gemeinderat in einer Sitzung mit dem Ankauf einer so genannten Feuerspritze (eine mit Muskelkraft betriebene Handdruckspritze, die nicht ansaugen kann) beschäftigte und den Erwerb einer solchen bei dem Mechanikus Porth in Speyer in Auftrag gab. Da aber dieser mit der Lieferung bis zum Mai 1841 nicht nachkam, machte man die Bestellung rückgängig und gab den Auftrag an den Mechanikus Jung in Kandel. Noch heute befinden sich im Besitz der Freiwilligen Feuerwehr Rülzheim 2 zweirädrige Druckfeuerspritzen der Firma Jos. Beduwe, Aachen, wovon eine die 1841 gekaufte ist.
Im gleichen Jahr, also 1841, wurde eine Feuerwehrhalle neben der katholischen Kirche erbaut, damit, wie es im Protokollbuch heißt, "die Gerätschaften, Feuereimer und Spritzenschläuche nicht mehr länger dem Verderb unterliegen". Heute ist sie besser bekannt als das Alte Spritzenhaus und diente bis zu ihrem Abriss im Jahre 1972 zum Aufbewahren von Feuerwehrgeräten.

Im Jahre 1843 wurde die erste große Feuerspritze mit ledernen Schläuchen angeschafft, da sich bei einem durch Blitzschlag entstandenen Brand die kleine Feuerspritze als ungenügend erwiesen hatte.

Im Juli 1858 stellte die Gemeinde eine zweite große Feuerspritze in Dienst. Diese Anschaffung erbrachte gleichzeitig den ersten Beweis für das Vorhandensein einer ausgebildeten Löschmannschaft. Im Protokollbuch der Gemeinde heißt es nämlich unter dem Datum vom 24.07.1858, dass die Gemeinde mit der Leistung der neu angeschafften Spritze nicht zufrieden war, da "die 24 Mann, welche die Spritze in Bewegung setzen sollen, nicht im Stande seien, eine halbe Stunde zu arbeiten, so schwer sei dieselbe zu bedienen". Aufgrund dieser Eintragung wurde 1859 als Gründungsjahr angenommen.
Der erste Kommandant war Jakob Wolf. Sowohl Beginn als auch Ende seiner Dienstzeit sind nicht aktenbelegt.

Am 13.05.1861 beschloss der Gemeinderat auf Vorschlag des damaligen Feuerwehrhauptmannes Jakob Wolf die Anschaffung von 100 leinenen Feuereimern. Man ging auch dazu über diese nicht wie bisher im Spritzenhaus aufzubewahren, sondern sie unter die Bürger zu verteilen, damit im Falle eines Brandes jeder gleich zur Brandstätte eilen und helfen konnte.
Die Feuertaufe bestand die damals noch junge Wehr, als bei einem Großbrand in den Mittagsstunden des 24.07.1861 sechs Scheunen den Flammen zum Opfer fielen und nur durch den über acht Stunden dauernden Einsatz der Löschmannschaft ein weit größerer Schaden verhindert wurde.
Laut Ratsprotokoll waren die Ökonomiegebäude des Ackerers Georg Jakob Wagner II, bei dem das Feuer ausbrach, von Johann Georg, Johann Adam, Johannes Jakob Stubenrauch II, Georg Josef Serr und Moritz Leingang Wwe, völlig zerstört worden. Auch die in den Scheunen gelagerten Ernten von Christoph Schlang, Georg Peter Leingang III. und Jakob Dörner fielen den Flammen zum Opfer. Auf Anordnung der Gemeinde und des Feuerwehrkomitees wurden der zur Hilfe herbeigeeilten Löschmannschaft Speisen und Getränke verabreicht.
Infolge der bei diesem Brand gewonnenen Erkenntnisse wurden weitere 150 Feuereimer angeschafft und langfristig der Kauf eines Hydrophors beschlossen, um die Löschwasserversorgung zu verbessern. Die 1858 gekaufte Feuerspritze wurde 1861 bei der Firma Porth in Speyer gründlich überholt.

Der Gemeinderat beschloss am 25.08.1861, "eine Mannschaft nach Germersheim zu schicken, um einer Probe mit dem dort vorhandenen Hydrophor beizuwohnen und die Nützlichkeit und den Mechanismus desselben kennen zu lernen." Ein Hydrophor kann, im Gegensatz zur Feuerspritze, sowohl im Druck - als auch im Saugbetrieb eingesetzt werden.

07.03.1874: Eine Feuerlöschordnung für Rülzheim wurde erstellt und zum Königlich Bayrischen Bezirksamte Germersheim gesandt. Sie fand dort keinen Gefallen und wurde außer Kraft gesetzt. Das Bezirksamt rügte, dass die Vorgaben zur Erstellung einer Feuerlöschordnung nicht eingehalten worden seien. Der Bürgermeister hätte die Feuerlöschordnung erstellt und nicht, wie gesetzlich vorgeschrieben, der Gemeinderat. Es war nicht genügend zwischen freiwilliger und unfreiwilliger Feuerwehr unterschieden worden, so dass die Feuerlöschordnung "eine Übertragung vom Papiere in das wirkliche Leben zur Unmöglichkeit machen würde. Überdies fehlt es an einer präzisen und klaren Durchbildung der ganzen Organisation, namentlich auch der Oberleitung der Feuerwehr und der Direktion bei dem Brande selbst".
Eine überarbeitete Feuerlöschordnung wurde dann schließlich genehmigt. Es waren damals schon Verpflichtungen festgelegt, die sich auch im aktuellen Landesbrand- und Katastrophenschutzgesetz von Rheinland-Pfalz (LBKG) wieder finden. So zum Beispiel das Betretungsrecht eines jeden Grundstückes im Brandfall.

31.07.1875: Der Verwaltungsrat der Feuerwehr stellte Statuten der Freiwilligen Feuerwehr Rülzheim auf. In § 1 ist der Zweck dargestellt: "Die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Rülzheim ist ein Verein von Freiwilligen, welche sich die Rettung des Lebens und des Eigentums aus Feuergefahr zur Aufgabe stellt, aber auch bei anderen Unglücksfällen und Notständen zur Hilfeleistung bereit ist".
Es waren weiter Wahlmodalitäten, Voraussetzung der Mitgliedschaft (mindestens 20 Jahre alt) und Obliegenheiten von Verwaltungsrat und Mitgliedern aufgeführt. So waren die Mitglieder "verpflichtet im allgemeinen zur vollständigen Erfüllung der Feuerlöschmannschaft nach Kräften beizutragen". Auch hier fanden sich Passagen, wie sie heute als gesetzliche Verpflichtung im LBKG stehen.
Dass man schon seit jeher bei der Rülzheimer Feuerwehr auf gute Kameradschaft und Geselligkeit großen Wert legte, zeigt sich darin, dass man im Jahre 1875 den Feuerwehrverein gründete, der aus aktiven und passiven Mitgliedern bestand und bis zu seiner Auflösung im Jahre 1944 mit zu den stärksten Vereinen in Rülzheim zählte. Aus diesem Verein ging auch eine Musikkapelle hervor, die ein wichtiger Kulturträger im Rülzheimer Vereinsleben war.

Ein Hydrophor wurde 1880 in Dienst gestellt. Somit war die Wehr in der Lage, jeden Punkt in Rülzheim, das damals etwa 3000 Einwohner hatte, mit Löschwasser aus dem Klingbach zu versorgen, ohne eine Eimerkette bilden zu müssen.
Das Bezirksamt in Germersheim forderte 1880 von allen Gemeinden im Landkreis die Aufstellung einer Feuerwehr. Zu diesem Zeitpunkt gab es bereits 7 Feuerwehren im Kreis Germersheim, darunter unsere in Rülzheim.

Bis zum Jahr 1900 änderte sich der Aufbau der Feuerwehr nur sehr wenig. Man war bemüht, die vorhandenen Geräte zu pflegen und den Bestand an Leinenschläuchen zu erweitern, der um 1900 die beträchtliche Länge von 600 Metern erreichte.

1913: Ab diesem Jahr liegen Protokollbücher des Verwaltungsrats der Freiwilligen Feuerwehr Rülzheim vor. In diesem Jahr wurde Ferdinand Harder zum Feuerwehrkommandanten gewählt und löste Gustav Kerner ab.

1914 Brand in der "Krone"
Der erste Weltkrieg ging auch an der Wehr nicht spurlos vorüber: Die Musikkapelle wurde aufgelöst, und der Brandschutz konnte nur noch mit Mühe Aufrecht erhalten werden, da die meisten jungen Männer beim Militär eingezogen waren.

Nach dem ersten Weltkrieg ist im Protokoll der Generalversammlung vom 26.01.1919 festgehalten, dass die Feuerwehr nur noch 96 Mitglieder hatte. Bald war aber wieder ihre erforderliche Mannschaftsstärke erreicht und sie bekam durch regelmäßige Übungen und Ausbildung ihre alte Schlagkraft zurück. Das war ein besonderer Verdienst des damaligen Kommandanten Ferdinand Harder. Die Wehr war zu dieser Zeit im Besitz eines Hydrophors, von zwei großen und zwei kleinen Handpumpen.
Die im Protokollbuch festgehaltenen Versammlungen hatten sich vor und nach dem 1. Weltkrieg vorwiegend mit Strafen bei unerlaubtem Fernbleiben von Übungen und Einsätzen, mit Durchführung von jährlichen Feuerwehrbällen und dem Kassenbericht beschäftigt.

1923: Kommandant Harder trat infolge seines Alters zurück. An seine Stelle wurde am 29.05.1924 Jakob Geeck als neuer Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr gewählt und stand ihr bis zum Jahr 1944 vor. Er hat ihr innerhalb und außerhalb Rülzheims einen guten Ruf geschaffen.
Einzig verzeichneter Einsatz: Scheunenbrand bei Karl Stenner.

Wie sich aus den Protokollen ab 1928 ergibt, wurden jährlich wohl nur drei Frühjahrsübungen und 3 Spätjahrsübungen, häufig an einem Tag, abgehalten. Dazu ein Protokollauszug:

"Am 13.Mai 1928 Übung
Am 13. Mai 1928 morgens 6 Uhr fand die Feuerwehrübung statt und Fußexerzieren sämtlicher Mannschaft.
Gefehlt haben 10 Mann, sämtliche waren entschuldigt.
Am 13. Mai Übung
Am 13. Mai 28 nachmittags 12 Uhr fand eine Feuerwehrübung statt mit Geräte sämtlicher Mannschaft. Gefehlt haben 5 Mann, sämtliche waren entschuldigt.
Am 23.Mai 1928 nachmittags 2:30 Uhr fand die dritte Feuerwehrübung statt. Gefehlt haben keine.
(Unterschriften von:) Kuntz Wagner
Illig Jantzer"

Sonstiger Übungsdienst ist nicht dokumentiert.
In der Zeit zwischen dem 1. und dem 2. Weltkrieg wurden auch immer wieder Inspektionen vom Feuerwehrbezirksinspekteur durchgeführt und der Freiwilligen Feuerwehr Rülzheim ein hervorragender Ausbildungsstand und die sehr gute Instandhaltung der Geräte bescheinigt.

Im Jahre 1929 wurde im Zuge der Neugruppierung bei der Freiwilligen Feuerwehr eine Motorspritze angeschafft, am 31.05.1929 in Speyer vorgeführt und in Dienst gestellt.
Die erste Übung mit der Motorspritze fand am 16.06.1929 statt. Am 23.06.1929 wurde sie von Bezirksfeuerwehrinspekteur A. Baron abgenommen.
1929 kam es zu einem Scheunenbrand bei Peter Kuhn I.

Am 23.08.1931 unterzeichneten Kommandant Geeck und Schriftführer Gauly Statuten der Freiwilligen Feuerwehr Rülzheim, die man als eine Art Vorläufer des heutigen LBKG bezeichnen kann. Darin war zum Beispiel festgelegt, dass Männer ab 18 Jahren im Verein der Freiwilligen Feuerwehr aufgenommen und vom Kommandanten verpflichtet werden. Der Aufnahme musste der Verwaltungsrat mehrheitlich zustimmen. Ab dem 45. Lebensjahr konnte man dann passives Mitglied werden, mit denselben Ehrenrechten wie Aktive.
Alle drei Jahre wurde der Hauptmann mit 2 Adjutanten vom Verwaltungsrat gewählt. Das Bürgermeisteramt musste zustimmen.

1935: Scheunen- und Schuppenbrand bei Philipp Weber

Um mit der allgemeinen Entwicklung und Ausrüstung im Feuerlöschwesen Schritt halten zu können, kamen Anfang 1939 eine zweite Motorspritze sowie eine Metz- Anhängeleiter, mit 18 Meter Länge, hinzu, die bis 1975 im Einsatzbetrieb war und dann an das EVU (Energieversorgungsunternehmen) der Gemeinde Rülzheim abgegeben wurde. Dort leistete sie noch einige Jahre gute Dienste z.B. bei der Reparatur von Straßenlampen.
Außerdem wurde 1939 der ziemlich hohe Bedarf an Schlauchmaterial ergänzt.

Weiter waren 1940 ein Scheunen- und Schuppenbrand bei Jakob Brust, 1944 ein Scheunen- und Schuppenbrand bei Georg Schröck und 1945, durch feindlichen Fliegerbeschuss an einem Tag, die Brände der Scheunen von Valentin Hoffmann, Franz Xaver Seelinger und Eugen Seibert, sowie der Schuppen von Karl Börkel zu löschen.
Der Ausbruch des zweiten Weltkrieges stellte die Wehr vor fast unlösbare Probleme. Mit der zunehmenden Einberufung der alten Mannschaft war man gezwungen, den Feuerschutz durch Jugendliche als Einsatzkräfte zu sichern, die dann auch in den dramatischen Bombennächten 1944 in Ludwigshafen und Karlsruhe eingesetzt wurden.

1944: August Wagner löste Jakob Geeck als Kommandant ab.

Bei Kriegsende 1945 war die Wehr auf einem absoluten Nullpunkt angelangt, denn eine geschlossene Wehr durfte nach alliierten Bestimmungen nicht mehr bestehen und die beste Motorspritze war beschlagnahmt worden.

1946: Ferdinand Fischer wird Wehrführer
Am 12.12.1946 schrieb Bürgermeister Harder an Berthold Bauer:
"Hier: Im Zuge der Neuordnung des Feuerlöschwesens sind Sie hiermit nach den Bestimmungen der frz. Militärregierung zur Feuerwehr erfasst und haben zwecks Einkleidung am Sonntag, den 15.12.1946 vormittags 10 Uhr im Schulhaus, Saal 2 zu erscheinen. Einsprüche gegen diese Anordnung sind zwecklos."

1947: Scheunen- und Schuppenbrand bei Adam Nuber Wwe. Kinder hatten mit Rauchfässchen, die damals zur Schnakenbekämpfung dienten, gespielt und den Brand entfacht. Im Löscheinsatz waren Eimerketten und das Hydrophor.

Im Jahre 1948 kam eine neue Motorspritze (Firma Balcke) hinzu.

1949: Edgar Wagner wurde zum Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Rülzheim gewählt.

1951: Nachbarschaftshilfe beim Großbrand in der Brauerei Silbernagel, Bellheim

Im Jahre 1955 kam im Rahmen der Pumpenaktion von Rheinland-Pfalz eine Tragkraftspritze TS 8 mit Anhänger, hinzu. Um der Wehr, die sich auf insgesamt 50 Mann vergrößerte, auch das bestmöglichste Bekämpfungsmaterial zur Hand zu geben und damit auch eine größere Schlagkraft zu erreichen, beschloss der Gemeinderat am 30.12.1955 die Anschaffung eines Löschgruppenfahrzeuges LF 8 mit Vorbaupumpe auf Opel Blitz der Firma Gebrüder Bachert.
Damit besaß die Freiwillige Feuerwehr Rülzheim drei voll einsatzfähige Motorspritzen mit einem Löschfahrzeug, das mit einem neuzeitlichen Schaumlöschgerät ausgerüstet war, sowie ein umfangreiches Reservoir an neuestem Schlauchmaterial und allen dazu erforderlichen sonstigen Geräten. Sie war damals, nach den Wehren der Städte Germersheim und Kandel, die am besten ausgerüstete Feuerwehr im Landkreis Germersheim. Das Hydrophor wurde ausgesondert.

Am 17.08.1957 wurde der Musikzug "Rote Husaren" gegründet. Das Gründungsfest fand am 15.06.1958 statt. Zunächst als Spielmannszug konnten die "Roten Husaren" bei vielen Auftritten ihr Können beweisen und den Namen der Feuerwehr Rülzheim weit über die Grenzen unserer Heimat bekannt machen. Am 07.07.1957 wurde auch eine neue Standarte ihrer Bestimmung übergeben, da die alte im Krieg verloren gegangen war.
Diese Standarte wird Ende 2008 renoviert und erstrahlt für das Jubiläum 2009 in neuem Glanz.

Das alte Wachthäusel in der Mittleren Ortsstraße wurde hergerichtet und ab dem 18.12.1958 als Unterrichtsraum genutzt.
Für 1958 sind 2 Einsätze, nämlich ein Brand und eine Personensuche verzeichnet.

1959: 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Rülzheim
Am 24.02.1959 wurde ein Kleinlöschfahrzeug TSF auf Ford 1250 Fahrgestell bei der Firma Ohliger, Kaiserslautern, bestellt und im gleichen Jahr in Dienst gestellt. Weiterhin wurde 1959 eine Heusonde beschafft und ein Planspiel für die theoretische Ausbildung im Unterrichtsraum aufgehängt.
Vom 27.-29.06.1959 feierte die Freiwillige Feuerwehr Rülzheim ihr 100-jähriges Bestehen. Es wurden einige Festausschüsse gebildet und ein 2000-Mann-Zelt auf dem DJK-Platz (heutiger Nebenplatz des Sportgeländes in der Schulstraße) aufgebaut. Samstags am Festbankett nahmen Abordnungen von 30 Wehren, 8 Spielmannszüge und 2 Musikkapellen teil. Der Sonntag stand ganz im Zeichen eines sehr großen Festumzuges durch Rülzheims Straßen und der Abschluss am Montag erfolgte mit einem brillanten Feuerwerk.
Willi Kupper erstellte die Jubiläums-Chronik.

Landessieger 1959
Stehend von links: Wehrführer Edgar Wager, Karlheinz Flick, Robert Mayer, Willi Kupper, Theo Johann, Norbert Leingang, KFI Hans Hoffmann
Kniend von links: Heini Kuhn, Helmut Jantzer, Erwin Kunz, Herbert Wittenmeier
Nicht auf dem Foto: die Ersatzmänner Gerhard Deutsch und Helmut Niebergall.

Landessieger 1959

Neben den Arbeiten zum Jubiläum fand eine Wettkampfgruppe noch Zeit für den Kreiswettbewerb zu trainieren und den Sieg zu erringen. Bei den folgenden Landesmeisterschaften errang die Gruppe den 1. Platz und dokumentierte damit den sehr guten Ausbildungsstand in der Rülzheimer Wehr
1962 und 1963 konnten die Landessiege wiederholt werden.
Die Wehr bestand in diesem Jahr aus 38 Aktiven und 86 Spielmannszugmitgliedern.
1959 gab es 3 Brände in Rülzheim und 2 Nachbarschaftshilfen bei Bränden.

Winter 1961: Nachbarschaftshilfe beim Großbrand auf dem Gut des Landes in Maximiliansau.

1963:: Die ersten drei Pressluftatmer wurden beschafft. Die ersten Atemschutzgeräteträger waren Helmut Jantzer, Norbert Leingang und Helmut Wolff.

1966: Scheunenbrand durch Selbstentzündung von frischem Heu bei Josef Fischer, Hintere Grabengasse. Wehrführer Wagner brachte mit weiteren Wehrleuten das angekettete Vieh durch Feuer und Rauch aus dem Stall. Da das Lösen der Ketten Probleme gemacht hatte, kaufte Wehrführer Wagner danach sofort einen großen Bolzenschneider.

05.01.1969: Wehrführer Edgar Wagner wurde von Landrat Weiß im Namen des Landes Rheinland-Pfalz das goldene Feuerwehr-Ehrenzeichen am Bande für "hervorragende Verdienste um das Feuerwehrwesen" überreicht.
Mit der Zeit wurden die Gerätschaften der Wehr so umfangreich, dass der Ruf nach einem neuen Feuerwehrgerätehaus immer lauter wurde. Die Gemeinde zeigte hierfür Verständnis und baute 1972/73 für ca. 660.000,- DM das neue Gerätehaus neben der damaligen Gemeindeverwaltung in der Gartenstraße. Am 27.03.1973 erfolgte der Umzug der letzten Ausrüstungsgegenstände aus dem Alten Spritzenhaus neben der Kirche. Es wurde vom Feuerwehrausschuss beschlossen, dass alle Wehrmänner ihre Helme und Einsatzkombis in ihre Spinde im Feuerwehrhaus hängen müssen. Zuvor hatte jeder seine Ausrüstung zu Hause aufbewahrt. Auch kam es zu einer neuen Uniformierung und Einteilung der Wehr.
Am 29.05.73 fand die erste Ausschusssitzung im neuen Domizil statt.
Die offizielle Einweihung des Gerätehauses erfolgte am 21.10.1973.
Bei Übernahme des neuen Hauses waren vorhanden:
1 Löschgruppenfahrzeug LF 8, 1 Tragkraftspritzenanhänger (TSA), 1 Schlauchanhänger, 1 fahrbarer Trocken-pulverlöscher, eine Anhängeleiter, 3 Pressluftatmer und diverses Schlauchmaterial.
Das neue Gerätehaus hatte noch viel Reserveraum, der sich aber relativ schnell mit Fahrzeugen und Gerät füllte.
1972 wurden zwei DKW-Geländewagen aus Beständen der Landespolizei gebraucht gekauft. In vielen Stunden Eigenleistung wurden sie zum Einsatzleitwagen und Mannschaftstransportfahrzeug umgebaut und waren kurz nach dem Einzug ins neue Haus einsatzbereit. Am 15.11.1973 beschloss der Verbandsgemeinderat die Anschaffungskosten von 350,- DM für beide Fahrzeuge zu übernehmen. Bis dahin war die Kameradschaftskasse in Vorleistung getreten.

Am 19.01.1973 verstarb Ehrenkommandant August Wagner

Von 1973 bis 1977 fanden in Rülzheim Kreislehrgänge für Gruppenführer, Stufe 1, statt, die von KFI Günter Kadel geleitet wurden. Dies stellte ein Novum dar, da diese Führungslehrgänge bis dahin nur an der Landesfeuerwehrschule (heute LFKS) Koblenz stattfanden. Der Standort Rülzheim erfuhr dadurch eine besondere Anerkennung.

Am 05.04.1974 beschloss der Ausschuss die Wehr in 6 Gruppen aufzuteilen, deren Gruppenführer Herbert Wittenmeier, Gerhard Deutsch, Karlheinz Kupper, Werner Nuber, Peter Kupper, Willi Kupper/Erwin Kunz/Karl-Heinz Flick, waren.
Die "Roten Husaren" spielten beim Fußballspiel 1. FCK-RW Essen auf dem Betzenberg. Dies hatte die Berufsfeuerwehr Kaiserslautern im Rahmen der Brandschutzwoche 1974 organisiert.

Die Gründung der Verbandsgemeinde Rülzheim war 1972 erfolgt. Ab dem 01.01.1975 war diese für das Feuerwehrwesen in allen Gemeinden zuständig. Im neuen Brandschutzgesetz wurde die Benennung eines Wehrleiters für jede Verbandsgemeinde gefordert. Am 10.06.1975 wurde Wehrführer Edgar Wagner der erste bestellte Wehrleiter für die Gemeinden Rülzheim, Leimersheim, Kuhardt und Hördt. Am 01.05.1980 löste Peter Kupper den seit 1949 an der Spitze der Rülzheimer Feuerwehr stehenden Edgar Wagner als Wehrführer ab. Edgar Wagner wurde am 01.05.1980 zum Ehrenwehrführer ernannt. Am 12.07.1983 endete Edgar Wagners Amtszeit als Wehrleiter und auch als stellvertr. Kreisfeuerwehrinspekteur, der er seit Oktober 1970 gewesen war. Sein Nachfolger als Wehrleiter wurde Peter Kupper.
Am 10.04.1975 ist protokolliert, dass in Rülzheim ein Funkkurs statt fand und Wehrleiter Wagner feststellte, dass Rülzheim zu den Besten im Landkreis gehörte, was die Funkausrüstung betraf. Ab sofort wurden Brandsicherheitswachen in der "Dampfnudel" gestellt und dazu eine Dienstvorschrift erarbeitet.
Am 17.10.1975 fand im Rahmen der Brandschutzwoche eine Sternfahrt von über 30 Fahrzeugen der Feuerwehren aus der Umgebung statt. Die Drehleitern aus Germersheim und Wörth und die Gelenkmastbühne der Feuerwehr Landau machten auf dem Kerweplatz eine Vorführung.

Am 19.03.1976 wird ein Rüstwagen 2, Aufbau Fa. Ziegler, auf Daimler Benz 1113 Fahrgestell beim Hersteller geholt und am 23.03.1976 bei der Berufsfeuerwehr Ludwigshafen/Rhein von Innenminister Kurt Böckmann übergeben. Der RW 2 gehörte zu einer Sonderaktion des Landes Rheinland-Pfalz. Mit diesem Fahrzeug wurde ausschließlich Technische Hilfe geleistet. Damit erhielt die Rülzheimer Wehr, die mittlerweile zur Stützpunktfeuerwehr erklärt wurde, ein ganz neues Aufgabengebiet. War man bisher für die Rettung von Mensch und Tier aus Feuer- und Wassernot ausgerüstet, so konnte nun auch technische Hilfe, vor allem im Straßenverkehr, geleistet werden.
Denn zu dieser Zeit kam es immer wieder auf der B9 und anderen Straßen zu schwersten Unfällen mit eingeklemmten Schwerverletzten und Toten. Deshalb war eine gründliche Ausbildung nötig. Es wurden Funklehrgänge und Erste Hilfe Lehrgänge abgehalten und gleichzeitig die Handhabung der neuen Geräte geübt. Darunter befand sich auch ein Hydraulischer Spreizer der Marke Hurst, dessen Anschaffung am 18.10.1976 vom Verbandsgemeinderat beschlossen worden war. Nur drei Jahre nach der Indienststellung des ersten Spreizers in Deutschland, durch die FF Ulm, besaß auch die kleine Rülzheimer Wehr ein solch modernes Gerät.
Am 23.07.1976 wurde das neue Tanklöschfahrzeug TLF 16/25, Aufbau Firma Ziegler, Giengen, auf Daimler Benz 1113 Fahrgestell, in Dienst gestellt.
In Eigenleistung wurde von Josef Johann, Werner Jochim und Peter Fink eine Wasserkanone auf einem Einachsanhänger gebaut.
Am 26.04.1976 wurde beschlossen, dass künftig aus dem Feuerwehrausschuss ein Verwaltungsrat wird, der auch heute noch besteht. Dieser wird nicht mehr gewählt, sondern setzt sich aus den folgenden Funktionsinhabern zusammen: Wehrführer, stellv. Wehrführer, Kassierer, Schriftführer, alle Führungskräfte der aktiven Wehr, Stabführer und Vorstand des Musikzuges. Am 10.05.1976 fand die 1. Sitzung des Ver-waltungsrates statt, in der unter anderem die dringende Beschaffung neuer Einsatzkleidung beschlossen wurde. Am 14.06.1976 erfolgte der Beschluss die alten Feuermelder zu demontieren.
Am 20.06.1976 wurde die Gründung einer Jugendgruppe beschlossen. Ein erstes Zusammentreffen von Interessierten fand am 27.09.1976, 19.00 Uhr, statt. Es fanden sich tatsächlich genügend Jugendliche um von Gruppenführer Dieter Mendel ausgebildet zu werden.
Am 08.11.1976 beschloss der Verwaltungsrat einen Tag- und Nachtalarmierungsplan für die Mannschaft des RW 2. Die Alarmierung erfolgte per Telefon. Dieser Plan wurde am 17.01.77 erweitert und eine Telefonkette unter allen Wehrmännern gebildet, um die durch Sirenenalarm übliche Behinderung durch Schaulustige zu umgehen. Dies war gewissermaßen der Vorläufer der stillen Alarmierung. Am 23.03.1979 konnten die ersten 15 Funkmeldeempfänger ausgegeben werden. Damit war die stille Alarmierung durch die Polizei gewährleistet.

Am 17.01.1977 wurde auch die Bestellung von 25 Kombis und Wetterschutzjacken, sowie einem Funkgerät FuG 8 für das TLF 16/25 beschlossen.
Am 16.10.1977 musste die Wehr in der Nacht zu einem Verkehrsunfall auf der Landstraße zwischen Rülzheim und Rheinzabern, in Höhe des Dieterskirchel, ausrücken. Zwei Pkw waren bei dichtem Nebel frontal zusammengestoßen und fingen Feuer. 7 junge Menschen wurden dabei getötet, 5 davon verbrannten. Nur ein Fahrzeuginsasse überlebte das Unglück. Kein anderer Einsatz hat bisher so hohe psychische Belastungen bei den Einsatzkräften ausgelöst.

In den Jahren 1978 - 1985 wurde unter Leitung von Peter Kupper jährlich ein Sprechfunkerlehrgang (Stufe 1 und 2) für den Landkreis durchgeführt.

1980: Der Verbandsgemeinderat beschloss den Kauf von 80 neuen Uniformen.
Mitte der 80er Jahre begann in Rheinland-Pfalz die Ausrüstung mit neuer Einsatzbekleidung, einer dunkelblauen Latz- oder Bundhose und einer orangefarbenen Jacke, alles aus Baumwolle. Auch in Rülzheim wurden die bisherigen Einsatzkombis nach und nach ausgesondert.

Bei der Einweihung des Vereinsdorfes im Jahr 1981 übernahm die Freiwillige Feuerwehr ein Vereinshäuschen, das schon das ein oder andere Mal so mancher Gruppe ein gemütliches Beisammensein ermöglichte und in den Folgejahren mehrmals umgebaut und erweitert wurde.

1982 wurde einstimmig von allen Wehrleitern im Landkreis gebilligt, dass bei der Rülzheimer Feuerwehr der Gerätewagen Atem- und Strahlenschutz (GW/AS), der im Rahmen einer Landesbeschaffung dem Landkreis Germersheim zugeteilt worden war, stationiert wird. Wie Landrat Joachim Stöckle erklärte, diente der GW/AS in erster Linie dem Schutz der Wehrleute und wurde nicht beschafft, weil bei Neupotz ein Kernkraftwerk gebaut werden sollte. So war es zumindest in der "Rheinpfalz" zu lesen.
Ab 1982 wurde der Erwerb von Feuerwehrleistungsabzeichen in Bronze, Silber und später in Gold möglich. Von Anfang an ist Manfred Leingang als Wertungsrichter und in den letzten Jahren als Hauptwertungsrichter tätig. Seit 1997 fungieren Michael Wolff und seit 2001 Miriam Geiger als Wertungsrichter. Ab 2009 ist Michael Wolff auch Fachgebietsleiter Ausbildung und Wettbewerbe im RFV Vorderpfalz.

Am 11.03.1983 wurde ein gebrauchter VW-Bus als Mannschaftstransportwagen (MTW) beschafft, der bis 14.07.2005 im Einsatzdienst war.

1984 stand ganz im Zeichen der 125-Jahr-Feier, deren Festwochenende vom 07.07.-09.07.1984 war. Der Aufbau des Festzeltes für 3000 Besucher am Festwiesenhaus dauerte drei Tage und benötigte 86 Mann. Der Abbau war schneller bewerkstelligt und nach einer Nachtschicht bereits Dienstagmorgens nach Ende des Festes erledigt.

Szene aus dem Feuerwehrschwank 'Wasser Marsch'

Durch das Programm des Festbanketts am Samstagabend führte Karl-Heinz Pfeifer.
Ehrenwehrführer Edgar Wagner erhielt aus den Händen des Vorsitzenden des RFV Vorderpfalz, Otmar Gensheimer, das Feuerwehrverdienstkreuz in Silber des DFV.
Aufgeführt wurde der Feuerwehrschwank: "Wasser Marsch", ein Stück um Liebe und Feuerwehr, das der Rülzheimer Hans Kaufmann geschrieben hatte.
40 Schauspieler unter der Regie des früheren stellvertretenden Wehrführers Willi Kupper, agierten vor einer vom Rülzheimer Kunstmaler Werner Brand erstellten großartigen Kulisse von Rülzheim um 1910. Den Abschluss des Abends bildete traditionsgemäß ein Großer Zapfenstreich, der von den "Roten Husaren" gespielt wurde.
Am Sonntag fand der 10. Kreisfeuerwehrtag statt, bei dem Vorführungen, auch des GW/AS, das Spektrum der Feuerwehrtätigkeit zeigten. Der Tag sollte auch der Werbung dienen, um ehrenamtliche Helfer für den Feuerwehrdienst zu gewinnen.

Einsatzfahrzeuge 1984

Bei strahlendem Sommerwetter konnten der Schirmherr, Landrat Joachim Stöckle, Bürgermeister Helmut Braun und Wehrführer und Wehrleiter Peter Kupper den Innenminister Kurt Böckmann als Gast begrüßen. Sie erlebten einen riesigen Festumzug mit 1300 Mitwirkenden aus über 60 Feuerwehren der Südpfalz und aus Nordbaden. Auch 50 Feuerwehrfahrzeuge fuhren mit. Es war eine Ausstellung mit Helmen, Strahlrohren, historischen Feuerwehrgerätschaften und Fotos alter Feuerwehrfahrzeuge aufgebaut.
Das Fest klang montags mit dem von Kurt Kupper, dem Geschäftsführer der Kulturgemeinde, moderierten Rülzheimer Heimatabend aus.
Willi Kupper und Helmut Messemer hatten die Jubiläums-Chronik erstellt.
Die Wehr hatte 200 Mitglieder: 117 Aktive, einschließlich des Musikzuges, 80 Passive und 3 Ehrenmitglieder.

Aktive Wehr und Musikzug 'Rote Husaren' 1984

14.09.1986: Manfred Leingang wurde das Feuerwehrehrenkreuz in Silber vom Deutschen Feuerwehverband verliehen.

1988: Das Zeitalter des Computers begann auch in der Feuerwehr Rülzheim. Nach heftiger Diskussion im Verwaltungsrat wurde die Anschaffung eines Atari-PC beschlossen. Dieser wurde zunächst für die Personalverwaltung von Wehrleiter Peter Kupper zu Hause genutzt. Am 25.02.1991 wurde vom Land Rheinland-Pfalz ein Wang PC 250 mit Diskettenlaufwerk, mit EVUS (Einsatz-, Verwaltungs- und Unterstützungssystem) und dem SILO-Programm kostenlos zur Verfügung gestellt.
Damit sollten in erster Linie einheitlich im Lande Erfassungen von Einsätzen erfolgen. Aber auch Personal und Gerät konnten damit verwaltet werden. Zu diesem Zweck gründete sich eine Arbeitsgruppe der Feuerwehr-EDV-Sachbearbeiter im Landkreis, deren 1. Sitzung am 07.11.1991 stattfand. Karlheinz Sommer und Michael Schwab waren die Teilnehmer aus unserer Wehr. 2006 wurde diese Arbeitsgruppe aufgelöst.
Karlheinz Sommer erstellte nach 1991 mit Access die FeuDaBa (Feuerwehrdatenbank). Dort sind bis heute z. B. alle Personaldaten der Aktiven und Passiven und des Musikzuges enthalten und lassen sich leichter aufbereiten als im EVUS bzw. Arigon.
EVUS wurde 2001 durch Arigon abgelöst, dessen Kosten das Land übernahm. Es wurde zunächst mit einem Pentium-PC gearbeitet.
Ende 2008 standen der Feuerwehr Rülzheim 5 PC und 2 Laptops zur Verfügung.
Am 27.01.2001 ging unsere 1. Homepage in Betrieb, die Andreas und Mirko Leingang, Roman Verlohner und Tobias Wagner (Webmaster) erstellt hatten.

Am 24.02.2007 wurde die durch Thomas Barth, Miriam Geiger, Daniel Heid und Thomas Schweigler (Webmaster) modernisierte Fassung ins Internet gestellt.

1991 stellte man zusammen mit einem LF 8 auch einen Einsatzleitwagen (ELW 1) in Dienst. Diesen bauten die Rülzheimer Feuerwehrmänner selbst aus einem gebraucht gekauften Ford Taunus Kombi um. Das alte LF 8 auf Opel Blitz ging nach 35 Jahren Einsatzdienst in den wohlverdienten Ruhestand. Es wird aber weiterhin liebevoll gepflegt und war lange Jahre bei den Tagen der offenen Tür für Kinderfahrten eingesetzt.
Ab April 1991 fanden Atemschutzlehrgänge für Wehrleute des Kreises Germersheim, Südliche Weinstraße und Landau in Rülzheim statt, die von Manfred Leingang geleitet wurden. Nach kurzer Zeit erfolgte nur noch die Ausbildung für Wehrleute aus dem Kreis Germersheim. Ab 2001 übernahm Roland Leingang die Verantwortung für die Atemschutzgeräteträgerlehrgänge im Landkreis und es werden ab diesem Zeitpunkt 2 Lehrgänge (Frühjahr und Herbst) in Rülzheim durchgeführt, um den Bedarf abdecken zu können.
Von 1991 bis 2000 wurden fast jedes Jahr Kreislehrgänge für Truppmänner/-frauen und Truppführer/-innen in Rülzheim abgehalten.

1993: 9 Monate lang in ca. 3000 Stunden fand ein Umbau des Gerätehauses statt. Es wurde Material für ca. 150.000,- DM in Eigenleistung verbaut und so der Verbandsgemeinde ca. 100.000,- DM erspart. Durch Versetzen der Rolltore nach außen entstand in der Fahrzeughalle Platz, so dass nun dort auch die Einsatzbekleidung an selbst gebauten Rollständern untergebracht werden konnte. Im bisherigen Spindraum entstand ein Büro für Führungskräfte. Eine Feuerwehreinsatzzentrale, eine Atemschutzwerkstatt und der Bau einer Damentoilette komplettierten den Umbau im Erdgeschoss. Im ersten Obergeschoss entstand neben dem bereits vorhandenen großen Raum für theoretische Ausbildungen, Versammlungen und als Proberaum für die "Roten Husaren", ein weiterer Aufenthalts- und Besprechungsraum mit einer Thekeneinrichtung, daneben eine Küche. Leider ging dabei die kleine Küche verloren, in der viele legendäre Einsatznachbesprechungen in langen Stunden stattgefunden hatten.
Die Umbaumaßnahmen waren am 07.01.1994 abgeschlossen.
Am 20.02.1993 leisteten wir Nachbarschaftshilfe beim Großbrand einer Lagerhalle bei der Fa. Gemüse-Seither in Lustadt mit mehreren hunderttausend DM Schaden.

Am 14.10.1993 fand in Rülzheim die 1. Sitzung der Führungskräfte des Gefahrstoffzuges des Landkreises Germersheim statt. Der GW/AS wurde Bestandteil des Gefahrstoffzuges. Klaus Mayer war der Gruppenführer der Rülzheimer Wehrleute und wurde 2001 von Bernhard Mohr abgelöst. Die Gefahrstoffgruppe entstand aus der 1980 gegründeten 25 Mann starken Atemschutzgruppe unter Leitung von Manfred Leingang.
Aus der Atemschutzgruppe wurde auch die Besatzung des GW/AS gestellt. Der GW/AS hatte nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl am 26.04.1986 seinen ersten Einsatz im Bereich Strahlenschutz. Am Großmarkt in Schifferstadt wurde an vier Tagen angelieferter Salat auf Strahlenbelastung gemessen.
Bürgermeister Karl Schwindhammer ließ eine alte Tradition, das Stellen des Kerwebaumes, wieder aufleben. Die Feuerwehr stellt jedes Jahr den Baum und zieht den Kerwekranz, der durch einen Umzug zum Kerweplatz gebracht wird, hoch. Außerdem schenkt sie das von den Bürgermeistern Schwindhammer und Hör seither gestiftete Freibier an die Kerwebesucher aus.

Die Kameradschaftliche Vereinigung wurde 1994 gegründet.
Sie ging am 05.08.1999 in den Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Rülzheim über, der kein eingetragener Verein ist. 17 Gründungsmitglieder des Fördervereins sind verzeichnet: Manfred Leingang, Gerhard Deutsch, Hubert Wagner, Karlheinz Sommer, Henric Franck, Roland Leingang, Markus Juchem, Josef Johann, Jochen Kästner, Norbert Leingang, Jürgen Schlindwein, Alois Serr, Patrick Leingang, Karlheinz Kupper, Bernhard Mohr, Erhard Mendel und Stefan Jantzer.
In den Vorstand gewählt werden: 1. Vorsitzender: Manfred Leingang, 2. Vorsitzender: Henric Franck, Kassierer: Hubert Wagner, Schriftführer: Markus Juchem, Beisitzer: Roland Leingang und Bernhard Mohr, Beisitzer Altersabteilung: Norbert Leingang, Beisitzer fördernde Mitglieder: Karlheinz Sommer, Beisitzer Musikzug: Jürgen Schlindwein.
Im Jahr 2009 sind 52 Männer und 10 Frauen Mitglieder und der Vorstand besteht aus: Vorsitzender: Manfred Leingang; stellvertretender Vorsitzender: Roland Leingang; Schriftführer: Erhard Mendel; Kassenwart: Hubert Wagner; Beisitzer Musikzug: Henric Franck und Jürgen Schlindwein; Beisitzer Altersabteilung: Norbert Leingang.
Der Förderverein hat bis 2009 mit ca. 38.000,- Euro die Feuerwehr bei Beschaffungen von Bekleidung, einem Fahrzeug und dem Ausbau und der Ausrüstung der Feuerwehreinsatzzentrale unterstützt. Auch erhielt der Musikzug "Rote Husaren" finanzielle Unterstützung zur Beschaffung von Musikinstrumenten und Technik.
1994 erwarben die ersten beiden Gruppen aus unserer Wehr, mit Karlheinz Sommer und Bernhard Mohr als Gruppenführer, das Feuerwehrleistungsabzeichen in Gold.
Am 10.03.1994 kam es zu einem Gebäudebrand in der Schloßgasse in Leimersheim, bei dem 150.000,- DM Schaden entstand. Am 27.06.94 standen 60 Keller nach einem starken Gewitter unter Wasser.

1995: Im Oktober traten die ersten Frauen in die aktive Wehr ein: Natalie Bast, Miriam Rupprecht (heute verheiratete Geiger), Tanja Seither.
In Eigenleistung wurde südlich des Feuerwehrhauses eine Doppelgarage errichtet, um ein Fahrzeug und Gerätschaften lagern zu können. Die Wehrleute nennen sie "Feuerwache Süd".
Am 12.10.1995 kam es zu einem Brand bei der Firma Bormann in der Mozartstraße, bei dem ein Müll-LKW und neue Mülltonnen verbrannten; Schaden: 80.000,- DM.

Als 1996 ein Mehrzweckfahrzeug (MZF) benötigt wurde, griff man wieder auf ein gebrauchtes Fahrzeug zurück. Der 1986 gebaute VW LT 28 wurde in viel freiwilliger Arbeit umgebaut und erledigte bis zum 22.01.2007 zuverlässig so manche Transportaufgabe.
Am 01.05.1996 löste Manfred Leingang, Peter Kupper als Wehrführer in Rülzheim ab.
Bei der offiziellen Verabschiedung im Feuerwehrhaus, gerade als Bürgermeister Schwindhammer am Mikrofon redete, fiel der Strom aus. Die "Feuerwehrelektriker" konnten den Schaden auf die Schnelle nicht beheben und schließlich musste der Stromerzeuger aus dem RW 2 eingesetzt werden.
Es erfolgte ein Umbau der FEZ in Eigenleistung. Der Erker wurde angebaut, ein Funktisch mit Telefonen, ein PC, ein mit Lämpchen versehener Hydrantenplan, Kartenmaterial und die Bedienung der elektrischen Rolltore wurden installiert.
Am 15.02.1996 starb bei einem Wohnhausbrand in der Karl-Maupai-Straße ein 62-jähriger Bewohner durch eine Rauchgasintoxikation und es entstand ein Schaden von 300.000,- DM. Die Drehleiter aus Herxheim eilte zu Hilfe. Eine Personenrettung im Innenangriff war nicht mehr möglich gewesen.
Am 10.05.1996 brannte der Tabakschuppen des Landwirts Theisen am "Almosenberg" nieder. Schaden: 250.000,- DM. Die Wehr aus Bellheim unterstützte die Brandbekämpfung bei der 42 B und 10 C-Schläuche eingesetzt werden mussten.
Am 29.08.1996 stieß auf der B 9, Nähe Abfahrt Rülzheim-Süd, ein Motorradfahrer mit einem Lastzug zusammen. Der Motorradfahrer war vermutlich sofort tot und wurde unter dem LKW eingeklemmt. Beide Fahrzeuge fingen sofort Feuer. Da die Ladung aus Toilettenpapier bestand kam es zu einem großen Funkenflug, der angrenzende Felder in Brand setzte. Es waren alle vier Wehren der Verbandsgemeinde, sowie drei TLF aus Bellheim, Ottersheim und Wörth im Einsatz. Die Bergung des Toten konnte erst nach Anheben des LKW mit einem großen Kran erfolgen. Es entstand 200.000,- DM Schaden.
Am 15.12.1996 schließlich brannte ein Haus in der Mauritiusstraße. Die Drehleiter Herxheim kam zum Einsatz, da das Dach komplett abgedeckt werden musste. 100.000,- DM Schaden.
Für 1996 sind ein Brandtoter und 1,5 Millionen DM Brandschaden verzeichnet.

Ein weiterer Meilenstein in der Wehrgeschichte war die Beschaffung der Drehleiter mit Korb (DLK 23/12) im Jahr 1997. Das 1994 gebaute Fahrzeug war ein Vorführfahrzeug der Firma Ziegler.


Ein Katastrophenschutzfahrzeug, Baujahr 1985, wurde 1997 als ELW 1 in Rülzheim stationiert.
Nach 20 Jahren durch die Polizeiinspektionen, erfolgte ab dem 28.02.1997 die Erstalarmierung der Feuerwehren der Landkreise Germersheim, Südliche Weinstraße und Südwestpfalz durch die Rettungsleitstelle Landau. In der Folgezeit kommt noch die Alarmierung für die Feuerwehr Landau hinzu.
1997 wurden an Stelle der bisherigen 6 Gruppen, 2 Löschzüge mit den Zugführern Gerhard Deutsch und Karlheinz Sommer aufgestellt. Es sollten zukünftig keine Gruppenübungen sondern gemeinsame Übungen stattfinden.
Am 24.01.1997 hatten die Einsatzkräfte sehr viel Glück. Nach einem Verkehrsunfall blieb ein LKW auf dem Bahnübergang Richtung Herxheimweyher beschädigt liegen.
Dem aus Richtung Wörth heranfahrenden Regionalzug gingen Einsatzkräfte entgegen, um ihn zu warnen. Dies gelang leider nicht und der Zug fuhr ungebremst in den LKW, der völlig zerstört wurde. Verletzt wurde dabei niemand.
Am 04.04.1997 erfolgte Nachbarschaftshilfe bei einem Großbrand von Pferdestallungen in Hatzenbühl. 100.000, -DM Schaden. Am 14.04.1997 fiel ein Kind in einen 8 Meter tiefen Brunnen in einer Scheune eines unbewohnten Bauernhauses in der Hinteren Grabengasse und konnte nur mit Hilfe von Seilwinde und Rollgliss gerettet werden. Ein Feuerwehrmann hatte sich in den Brunnen abseilen müssen.
Am 06.08.1997 erfolgte Nachbarschaftshilfe bei einem Großbrand in Rheinzabern mit 700.000,- DM Schaden.
Am 08.11.1997 wurde Manfred Leingang das Feuerwehrehrenkreuz in Gold vom DFV verliehen.

1998 führte die Gruppe Stefan Jantzer das Hydrantenschmieren, das es auch schon in früheren Zeiten gegeben hatte, fort. Seither werden jedes Jahr im November/Dezember durch die Jüngsten der aktiven Wehr alle Unterflurhydranten in Rülzheim geöffnet, gesäubert und leicht mit Fett geschmiert.
Bernhard Mohr besuchte das Seminar Schulklassenbetreuer an der LFKS. Danach wurde auch in Rülzheim das Brandschutzerziehungskonzept des Landes Rheinland-Pfalz umgesetzt. Ab 2001 übernahm Wolfgang Sinn hauptsächlich diese Aufgabe. Er ist auch Fachgebietsleiter Brandschutzerziehung des Regional-Feuerwehrverbandes Vorderpfalz und an der Erstellung des Ordners "Fit für Feuergefahr" in den Jahren 2005/2006, zusammen mit der Universität Koblenz-Landau, Prof. Dr. Herbert Günther, beteiligt.
Neue Einsatzbekleidung wurde eingeführt. Die so genannte Überjacke (HuPF 1), die einen sehr guten Schutz gegen Flammen und Hitze bietet, wird vom Land bezuschusst und nach und nach an alle Wehrleute ausgegeben.
In einer Gruppenführersitzung am 31.05.1998 wurde beschlossen, dass Rettungsschere und -spreizer im RW 2 umgebaut werden. Ein neues Hydraulikaggregat und eine Schnellangriffseinrichtung wurden beschafft.
Am 05.10.1998 wurde der erste Einsatzbericht in "Arigon" erstellt.
Am 29.10.1998 ernannte Bürgermeister Schwindhammer Manfred Leingang zum Wehrleiter der Verbandsgemeinde Rülzheim. Peter Kupper wurde an diesem Tag zum Ehrenwehrleiter und Ehrenwehrführer ernannt.
Am 17.07.1998 brannte, wie schon 1996, der gerade wieder aufgebaute Tabakschuppen des Land-wirts Theisen auf dem "Almosenberg". Es dürfte sich wieder um Brandstiftung gehandelt haben, bei der erneut 250.000,- DM Schaden entstand.

1999: Wehrleiter Manfred Leingang erstellte mit den Führungskräften ein Fahrzeugkonzept und legte es 2000 dem Verbandsgemeinderat vor, der die Realisierung grundsätzlich beschloss. Danach sollte innerhalb von 5 Jahren der Fahrzeugbestand in den Wehren der Verbandsgemeinde modernisiert werden.
Die Umsetzung des Konzeptes ist allerdings erst im Jahre 2009 abgeschlossen.
Am 30.09.1999 fand im Feuerwehrhaus Rülzheim die 1. Sitzung zum Aufbau einer Technischen Einsatzleitung (TEL) im Landkreis Germersheim statt, zu der 1. Beigeordneter Dr. Heiko Wildberg, Dezernent der Kreisverwaltung Germersheim für den Katastrophenschutz, eingeladen hatte. Die Teilnehmer aus Rülzheim waren Bernhard Mohr, Markus Juchem, Roland Leingang und Michael Wolff.
2009 gehören zur TEL die Rülzheimer Thomas Barth, Miriam Geiger, Carolin, Manfred und Roland Leingang, Bernhard Mohr, Wolfgang Sinn und Michael Wolff.
Am 01.03.1999 kam es auf der Kreisstraße zwischen Bellheim und Hördt zu einem Unfall zwischen einem überholenden Ferrari und einem abbiegenden Traktor. Die Ferrari-Fahrerin wurde eingeklemmt. Am Ferrari entstand Totalschaden.
Am 16.03.1999 brannte, aufgrund eines technischen Defektes an einer Ladestation für Stapler, eine Halle bei der Fa. Kardex in Bellheim ab. Feuerwehren aus der Umgebung waren im Einsatz. Es entstand ein Schaden von 10 Millionen DM.
In der Nacht des 15.06.1999 kam es, ausgelöst durch einen Topf auf einer Herdplatte, bei der Fa. Elektro-Kratschmar in der Max-Planck-Straße, zu einem Großbrand mit 3 Leichtverletzten und einem Schaden von 3 Millionen DM. 74 Wehrleute mit 17 Fahrzeugen aus der Verbandsgemeinde, aus Bellheim und Wörth, waren im Einsatz. Wegen Einsturzgefahr mussten zwei Stahlträger mit der Seilwinde des RW 2 aus der Verankerung gehoben werden. Dies war der Brand mit dem bisher größten Brandschaden in Rülzheim.

Elektro-Kratschmar am Montag Morgen nach dem Brand

Am 26.12. 1999 fordert der Orkan "Lothar" den Einsatz von 30 Wehrleuten mit 7 Fahrzeugen. Das Dach einer Scheune und der Grundschule wurden zum Teil abgedeckt. Eine Hochspannungsleitung drohte auf die B 9 zu stürzen, die voll gesperrt werden musste.

Seit 2000 werden keine Uniformen mehr beschafft, sondern Hosen und Jacken nach HuPF 2 und 3. Eine Garnitur ist für den Einsatzdienst und eine zweite Garnitur für repräsentative Zwecke vorgesehen. Weiter kommen noch Überhosen, HuPF 4, dazu, die, wie die HuPF 1-Jacke, gegen Flammen und Hitze besonders schützen. Diese Hosen werden in den Fahrzeugen für die Atemschutztrupps vorgehalten. 2007 war die Umstellung auf die neue Bekleidung abgeschlossen.
Eine Korbtrage und ein Überdrucklüfter der Marke "Tempest" wurden beschafft.
Am 29.4.2000 kam ein Pkw auf der B 9, Fahrtrichtung Germersheim, nach rechts von der Straße ab, fuhr die Böschung zur Auffahrt Rülzheim-Nord hoch und krachte gegen die Betonmauer. Der Pkw blieb quer an der Betonmauer liegen. 2 Insassen wurden eingeklemmt. Die Rettung war schwierig, weil zunächst der Pkw gegen Abstürzen an der Böschung mit Sprießen gesichert werden musste.
Am 17.07.2000 waren bei einem Verkehrsunfall am Bahnübergang nach Herxheimweyher 1 Toter und 3 Schwerverletzte zu beklagen.
Am 27.12.2000 musste ein Pferd mit Gurten und Dielen aus dem Klingbach bei Hördt gezogen werden. Eine Tierärztin war vor Ort.

26.01.2001: Manfred Leingang wurde stellvertretender Kreisfeuerwehrinspekteur
Seit dem 09.08.2001 wird die Bevölkerung regelmäßig im Heimatbrief unter "Notruf 112 Unsere Feuerwehr informiert" über Einsätze und Aktivitäten der Feuerwehr in Kenntnis gesetzt. Wolfgang Sinn ist dafür verantwortlich.
Neujahr 2001 beginnt mit zwei Nachbarschaftshilfen. Zunächst wird um 00.33 Uhr die Drehleiter zu einem Scheunenbrand nach Germersheim-Sondernheim gerufen, den ein Feuerwerkskörper verursacht hatte. Um 5.34 Uhr kam es zu einem Dachstuhlbrand in Bellheim, wohin wieder die Drehleiter und das TLF 16/25 ausrückten.
Am 07.01.2001 setzte eine Wunderkerze einen trockenen Weihnachtsbaum in einem Wohnzimmer in der Römerstraße in Brand. Es entstand Schaden von 150.000,- DM
26.08.2001: Großbrand eines Heustalles auf dem Reitplatz in Zeiskam. 33 Wehrleute mit 6 Fahrzeugen aus Rülzheim waren eingesetzt.
Am 15.09.2001 brannten 120 Rundballen am Mühlweg, zwischen Klostermühle und B 9. Ein Radlader und ein Traktor mussten eingesetzt werden, um das Stroh auseinander zu ziehen.
Am 02.10.2001 wurden wir bei einem Großbrand in Rheinzabern gefordert. 32 Wehrleute, vor allem Atemschutzgeräteträger, waren erforderlich um Heu und Stroh stundenlang aus einer Scheune zu schaffen. Insgesamt waren 103 Einsatzkräfte tätig.
Am 14.11. 2001 bestand der Verdacht auf einen "Milzbrand-Brief" in der Mauritiusstraße. Unter CSA wird der Brief eingeschweißt. Eine Labor-Untersuchung verlief negativ.

2002: Die Feuerwehrära Gerhard Deutsch endete. Er war seit 1957 Feuerwehrmann mit Leib und Seele. Als Junggeselle war er quasi mit der Feuerwehr verheiratet und fast Tag und Nacht im Feuerwehrhaus zu treffen. Ob als Ersatzmann bei der Wettkampfgruppe, die 1959 zum ersten Mal Landessieger geworden war, Atemschutzgeräteträger, Maschinist, Gerätewart, Hausmeister oder als Führungskraft, bis hin zum stellvertretenden Wehrführer, Gerhard Deutsch zeigte überall ein außergewöhnliches Engagement.
Patrick Leingang übernahm das Amt des Gerätewartes und teilt es sich seit 2007 mit Andreas Leingang.
Die Hausmeistertätigkeit und die Kleiderkammer übernahm Günter Kapp.
Vom 14.-18.08.2002 wurde eine Bootseinheit des Landkreises Germersheim beim Jahrhunderthoch-wasser an der Elbe in Dresden eingesetzt. Manfred Leingang, Sascha Schäffner, Wolfgang Sinn und Michael Wolff waren als Einsatzkräfte dabei und wurden am 20.3.2003 mit dem sächsischen Fluthelferorden ausgezeichnet.
Am 18.12.2002 kam die Feuerwehr zum Einsatz, um eine überfallene und mit Handschellen gefesselte Person in einem Einkaufsmarkt mit dem Bolzenschneider zu befreien.

Am 25.05.2003 startete der erste Atemschutzgeräteträgerlehrgang nach der neuen FwDV 7, die nun 25 Stunden Ausbildung vorsieht. Am 09.10.2003 wurde Roland Leingang zum Leiter Atemschutz bestellt.
Ein Faschingsrausch brachte am 02.03.2003 die Feuerwehr auf den Plan. Der sehr alkoholisierte Mann hatte sich zwischen Rolladen und Fensterrahmen seiner Dachgeschoßwohnung eingeklemmt. Mit der Drehleiter wurde er über den Balkon gerettet und mit der Diagnose "Alko Tox" vom Rettungsdienst auf die Intensivstation verbracht.
Am 07.04.2003 zündelte ein Junge auf einem Balkon in der Karl-Maupai-Straße. Das Feuer griff auf ein Zimmer über, so dass beim Eintreffen der Feuerwehr Flammen aus dem Fenster schlugen. Ein Kleinkind war von einer Mitbewohnerin aus der brennenden Wohnung gerettet worden, noch bevor die Feuerwehr kam.

In einer Gruppenführersitzung am 03.09.2004 wurde darüber diskutiert, ob bei der Novellierung des LBKG die Dienstzeit bei den Freiwilligen Feuerwehren von 60 auf 63 Jahre verlängert werden soll. Die Führungskräfte sprachen sich dagegen aus.
24.01.2004 wurde ein Mann schwer verletzt, als es zu einem Ölofenbrand auf einem Gelände im Industriegebiet Hördt kam. Ein brandverletzter Hund musste von einem Polizisten mit einem Schuss aus der Dienstpistole von seinen Leiden erlöst werden.
10.03.2004: Amtshilfe für die Polizei, weil ein Verdächtiger Drogen aus dem Dachfenster geworfen hatte, die in der Regenrinne landeten und nur über die Drehleiter geholt werden konnten.
Am gleichen Tag kam es zum 1. Einsatz der TEL, die bei der Kreisverwaltung eingerichtet wurde. Bei Goodyear in Philippsburg war es zu einem Brand mit 20-30 Millionen Euro Schaden gekommen. Schadstoffmessungen waren vorzunehmen und die Warnung der Kreisbevölkerung vor einer Schadstoffwolke wurde durchgeführt. 9 Rülzheimer Wehrleute waren eingesetzt.
09.06.2004: Ein Großbrand einer Scheune Ecke Mittlere Ortsstraße/Am Deutschordensplatz war zu löschen. Er entstand durch einen Defekt an der elektrischen Leitung. 2 Wehrleute aus Hördt wurden von einer einstürzenden Giebelwand verschüttet und verletzt. Einer musste mit Händen frei gegraben werden. 150.000,- Euro Schaden.
Vom 11.-13.11.2004 forderte die Hochwasserschutzübung Florian 2003/2004 den Übungseinsatz von 7 Wehrleuten in der TEL über drei Tage und von 64 Wehrleuten am Samstag. Von vielen Seiten gab es großes Lob für die sehr aufwändige und gelungene Übung.

06.07.2005: Manfred Leingang erhielt am 50. Geburtstag die Ehrennadel in Silber des LFV Rheinland-Pfalz.
24.07.2005: 177 Einsatzkräfte aus der Südpfalz, von Feuerwehren, Rettungsdienst, THW, DLRG und Polizei mit 27 Suchhunden, suchten über Stunden einen 10-Jährigen aus Rülzheim im Bereich Freizeitgelände und angrenzendem Wald. Wie sich herausstellte, hatte der Junge bei einem Freund übernachtet, ohne die Eltern zu informieren.
Am 26.08.2005 brannten mehrere Wohnwagen auf dem Campingplatz ab.
Am 12.11.2005 kam es zu einer weiteren großen Suchaktion nach einem 13-jährigen, der sich schließlich aus einer Wörther Gaststätte bei den Eltern meldete. 30 Wehrleute, Polizisten und zwei Polizeihubschrauber, auch mit einer Wärmebildkamera, suchten im Rülzheimer Wald und angrenzenden Gebieten.
Am 24.12.2005 prallte ein PKW Nähe Bahnübergang nach Herxheimweyher gegen einen Baum. Der 28-jährige Fahrer wurde eingeklemmt. Ein beginnender PKW-Brand wurde von einem Passanten mit einem Feuerlöscher gelöscht. Nach 30 Minuten körperlich schwerster Einsatztätigkeit war der Verunfallte frei.

Am 30.01.2006 erhielt der Ehrenwehrleiter und Ehrenwehrführer Peter Kupper die Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz für sein außergewöhnliches Engagement in vielen kulturellen Bereichen.
06.03.2006: Der Verbandsgemeinderat beschloss die aktualisierte Risikoklasseneinteilung für die Feuerwehren der Verbandsgemeinde, die von den Führungskräften und von KFI Berthold Simon vorgeschlagen wurde.
2006 begann erstmals eine gemeinsame Grundausbildung für die Verbandsgemeindewehren.
Am 09.05.2006 wurde in der Hördter Au ein mobiles Hochwasserschutzsystem getestet. An der Erarbeitung des dazugehörigen Hochwasserschutzkonzeptes für unseren Bereich war Wehrleiter und stellvertr. KFI Manfred Leingang maßgeblich beteiligt. Im Juli 2007 kam Innenminister Karl-Peter Bruch nach Hördt. Ihm wurde das Konzept vorgestellt, das auch den Bau eines Katastrophenschutzlagers für den Landkreis vorsieht.
Am 31.08.2006 wurde Bürgermeister Karl Schwindhammer mit dem Großen Zapfenstreich, den die Roten Husaren, der Musikverein und eine Ehrenabteilung aus Rülzheimer Wehrleuten aufführten, in den Ruhestand verabschiedet.
03.02.2006: Ein vermutlich durch ein defektes Elektrogerät im Keller ausgelöster Brand in einem Wohnhaus in der Westendstraße verursachte Schaden von mehreren zehntausend Euro. Das Haus war zunächst unbewohnbar.
19.02.2006: Die Vogelgrippe erreichte auch die Rülzheimer Feuerwehr. Es mussten mehrere tote Vögel eingesammelt und der Untersuchung zugeführt werden.
12.05.2006: In der Nacht kam es nach dem Ausfall der Ruderanlage zu einer Schiffskollision zwischen einem Tankschiff und einem Gütertransportschiff auf dem Rhein bei Leimersheim. 14.000 Liter Benzin liefen aus und es bestand Explosionsgefahr. Es kam zu einem Großeinsatz mit über 200 Einsatzkräften von Rheinanlieger-Feuerwehren, der Polizei und dem DRK.
Am 25.06.2006 waren 54 Wehrleute der Verbandsgemeindewehren nach einem Unwetter mit Hagel und Starkregen an 24 Stellen im Einsatz.
Bei der Fußball-WM waren der GW/AS und die TEL mit Rülzheimer Wehrleuten an 5 Spieltagen in Kaiserslautern bei den Unterstützungskräften mit dabei.

Am 17.11.2007 fand die Katastrophenschutzübung "Notfallstation" im Dorschbergschulzentrum in Wörth statt. Eine Notfallstation wird bei einem Unfall im Kernkraftwerk Philippsburg eingerichtet. Der AB/AS und Rülzheimer in der TEL waren mit dabei. Thomas Schweigler, Thomas Barth und Thomas Bersch (FF Wörth-Schaidt) hatten für den Betrieb der Notfallstation eine spezielle Software entwickelt.
Am 24.12.2007 waren 45 Wehrleute aus Rülzheim und Kuhardt bei einem Brand in einem Einfamilienhaus in der Rheinstraße in Kuhardt eingesetzt.

05.11.2008: Der Vertrag über Einrichtung und Betrieb der Integrierten Leitstelle Südpfalz wurde von den Landräten/der Landrätin und den Oberbürgermeistern aus Germersheim, Südliche Weinstraße, Südwestpfalz, Pirmasens, Zweibrücken und Landau/Pfalz , unterschrieben.
Sie soll 2009 in Betrieb gehen und wird vom DRK betrieben.
Am 03.07.2008 war der AB/AS bei einem größeren Scheunenbrand in Erlenbach bei Kandel eingesetzt.

Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass es in den 80er und 90er Jahren einen stimmgewaltigen Feuerwehrchor gab, der vorwiegend aus Alten Kameraden bestand, der die Weihnachtsfeiern gestaltete und darüber hinaus auch manche interne Versammlung und Festlichkeit bereicherte.
Auch die Theatergruppen, die zu den Weihnachtsfeiern den Feuerwehrmitgliedern einen Augen- und Ohrenschmauss lieferten, zeigen das außergewöhnliche Engagement und Potenzial der Wehrleute. Anfangs standen sie unter der Leitung von Willi Kupper und Norbert Leingang und ab 1996 von Michael Johann und Jürgen Schlindwein.
Die Feuerwehr ist aus dem Rülzheimer Vereinsleben nicht mehr wegzudenken. Schon im Jahresbericht 1976 wurde erwähnt, dass die Freiwillige Feuerwehr seit über 100 Jahren bei der Fronleichnamsprozession die Himmelträger und ein Ehrengeleit stellt. Dies ist auch heute noch so.
Sie beteiligt sich zum Beispiel am alljährlichen Sommerfest der Vereine im Vereinsdorf und führt zusammen mit dem Männerchor einen Kerwefrühschoppen auf dem Festwiesengelände durch.
Hier sind insbesondere unsere "4-Sterne-Köche" Simon Leingang, Thomas und Walter Schäffner und Eugen Seither, zu erwähnen, deren Speisen in höchsten Tönen gelobt werden. Die jährliche Teilnahme beim Volksradfahren am Radsportwochenende ist ebenso guter Brauch wie Ordnerdienste bei der Winterverbrennung, den Kerwe- und Martinsumzügen.

Zu Beginn des Jubiläumsjahrs 2009 zählt die Wehr 251 Mitglieder: 64 Aktive, 61 Musikzugmitglieder und 126 Passive.

Einsatzdiagram Stand 10/2008 Einsatzdiagram Stand 10/2008


Amtszeiten der Kommandanten und Wehrführer

1859 - Jakob Wolf

Auf einem Grabstein wurde er als Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr betitelt. Es ist davon auszugehen, dass Jakob Wolf bei der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr der 1. Kommandant wurde.

Grabstein Jakob Wolf

bis 1913 - Gustav Kerner

in einem "Bericht des Pfälzischen Kreisfeuerwehrverbandes" wurde er als Mitglied des Feuerwehrbezirksausschusses von 1897-1899 erwähnt. Wann ge- nau er Kommandant wurde, lässt sich nicht mehr ermitteln. Jedoch hat noch am 26.05.1888 Jakob Wolf die "Feuer-Polizei Statuten der Feuerwehr Rülzheim" unterschrieben. Es ist daher nahe liegend, dass Gustav Kerner der direkte Nachfolger von Jakob Wolf gewesen war.

1913 bis 1923 - Ferdinand Harder

29.05.1924 bis Ende 1944 - Jakob Geeck

Ende 1944 bis 1946 - August Wagner

1946 bis 1949 - Ferdinand Fischer

1949 bis 01.05.1980 - Edgar Wagner

Sohn von August Wagner. Ab 1957 wurde der Kommandant in den Protokollen als Wehrführer bezeichnet. Nach dem 01.01.1938 bis zum 17.08.1957 gibt es keine Aufzeichnungen im Protokollbuch der Feuerwehr Rülzheim, so dass nicht nachvollzogen werden kann, wann genau die Bezeichnung wechselte. Von Oktober 1970 bis 12.07.1983 stellvertr. KFI und am 01.05.1980 zum Ehrenwehrführer ernannt.

01.05.1980 bis 01.05.1996 - Peter Kupper

wurde am 29.10.1998 zum Ehrenwehrführer ernannt.

01.05.1996 - 24.06.2013 - Manfred Leingang

seit 24.06.2013 - Andreas Leingang


Wehrleiter

10.06. 1975 bis 12.07.1983 - Edgar Wagner

1. Wehrleiter nach der Verwaltungsreform in Rheinland-Pfalz mit Bildung der Verbandsgemeinden 1972.

12.07.1983 bis 29.10.1998 - Peter Kupper

wurde am 29.10.1998 zum Ehrenwehrleiter ernannt

seit 29.10.1998 - Manfred Leingang




Geräte und Fahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr Rülzheim

Zweirädrige Druckfeuerspritzen

1841: Eine kleine Feuerspritze wurde beim Mechanikus Jung, Kandel, bestellt, die sich noch heute im Besitz der Freiwilligen Feuerwehr Rülzheim befindet, als eine von zwei zweirädrigen Druckfeuerspritzen der Firma Jos. Beduwe, Aachen. Sie ist mit einem Kupferbehälter, der 120 Liter Wasser fasst, ausgestattet. Man erreicht mit diesen Spritzen eine Höhe von 50 Fuß (ca. 15 Meter) und verbraucht ca. 20 Liter Wasser in der Minute. Um 1868 kostete eine solche Spritze ca. 110 Taler. Um 1907 mussten dafür 380 Mark bezahlt werden.


Luftaufnahme mit altem Spritzenhaus 1841: Bau der Feuerwehrhalle, später Altes Spritzenhaus genannt, neben der katholischen Kirche, die bis 1972 benutzt wurde.

1843: Kauf der ersten großen Feuerspritze, vermutlich vierrädrig, nachdem sich bei einem Brand nach einem Blitzeinschlag die kleinere Spritze als ungenügend erwiesen hatte.


Front altes Spritzenhaus

Juli 1858: Kauf der zweiten großen Feuerspritze, vermutlich vierrädrig

13.05.1861: Der Gemeinderat beschloss auf Vorschlag von Kommandant Wolf 100 leinene Feuereimer zu beschaffen.

1880: Das erste Hydrophor wurde beschafft. Ein Hydrophor kann im Gegensatz zur Feuerspritze nicht nur Druck nach vorne abgeben, sondern auch ansaugen. Dadurch konnte nun das Wasser aus dem Klingbach zum Löschen genutzt werden, ohne eine Eimerkette bilden zu müssen.

25.05.1882: "Zusammenstellung der statistischen Angaben über das Feuerlöschwesen im Königlichen Bezirksamte Germersheim Kreis Pfalz vom 25.05.1882". Diese wurde vom Ehrenvorsitzenden des Regionalfeuerwehrverbandes Vorderpfalz e.V., Otmar Gensheimer, Offenbach bei Landau, 1995 im Landesarchiv in Speyer/Rhein aufgefunden und vom heutigen Ehrenwehrleiter der VG Jockgrim, Heinz Guttenbacher, für die Feuerwehren des Landkreises Germersheim aufbereitet.
Daraus ergibt sich als Stand der Ausrüstung der Freiwilligen Feuerwehr Rülzheim:
128 Feuerwehrmänner, 157 Mann Hilfsmannschaft, 144 Feuerwehrhelme, 100 Dienstmützen, 2 vierrädrige Druckspritzen ohne Saugwerk mit Normalgewinde 100 mm Zylinderdurchmesser, 1 zweirädrige Druckspritze ohne Saugwerk ohne Normalgewinde, unter 100 mm Zylinderdurchmesser, 2 kleine Spritzen ohne Räder, 1 Hydrophor, 1 Wasserwagen, 1 fahrbare Schlauchhaspel, 156 Feuereimer aus Leder und 250 aus Hanf, 1 Schlauchbrücke, 5 Saugschläuche, 12 Normalgewinde, 1 Kuppelstück, 1 Mannschaftstransportwagen, 7 Aufstellleitern ohne Stangen, 10 zweiholmige Hakenleitern, 4 Feuerhaken, 6 Laternen, 1 Branddirektionsfahne, 1 Sanitätstasche, 7 Signalhörner, 1 Trommel, 24 Pfeifen. Es wurden 10 Übungen der Gesamtwehr und je 10 Übungen der Steiger, Spritzenmänner, Wassermänner und Ordnungsmänner durchgeführt. Die Wasserversorgung war durch 491 Brunnen und den Klingbach sichergestellt. Die in der Nähe des Spritzenhauses wohnenden Pferdebesitzer mussten den Feuerreiter-Dienst (Entlohnung 4,- DM die Stunde) versehen. Der Commandant trug damals 6 Sterne an der Uniform.
Die Gemeinde Rülzheim hatte 148 Mark und 18 Pfennig für das Feuerlöschwesen im Jahre 1882 ausgegeben.

31.05.1929: Die erste Motorspritze wurde angeschafft.

1939: Die zweite Motorspritze, von der Fa. Balcke, Frankenthal, sowie eine Metz Anhängeleiter (AL), 18 Meter mit Handkurbel, wurden beschafft. Die AL 18 war bis 1975 im Einsatz und wurde dann an das EVU Rülzheim abgegeben, wo sie noch einige Jahre, unter anderem zur Reparatur von Straßenlampen, Verwendung fand.

1948 wurde eine neue Motorspritze der Fa. Balcke, Frankenthal, beschafft, da nach Ende des 2. Weltkrieges die beste Feuerlöschpumpe der Rülzheimer Wehr von den Besatzungsmächten konfisziert worden war.

14.10.1950: Aus der vom Gemeinderat erstellten Brandschutzordnung der Gemeinde Rülzheim ergibt sich als Bestand an Gerätschaften bei der Freiwilligen Feuerwehr:
2 vierrädrige Handdruckspritzen, 1 Hydrophor, 2 zweirädrige Handdruckspritzen, 1 Leiterwagen mit 4 acht Meter langen Leitern, sowie 2 sechs Meter langen Leitern, 10 Hakenleitern, 600 m B-Schläuche, 150 m C-Schläuche, 120 Wassereimer, 2 Schlauchwagen, 4 Einreißhaken, 2 Tragkraftspritzen TS 8 auf Tragkraftspritzenkarren, 1 fahrbare Auszugleiter 12 Meter lang (dies dürfte die 1939 beschaffte AL 18 der Fa. Metz gewesen sein.)

18.12.1954: vom Gemeinderat wurde eine TS 8 mit VW-Motor von der Firma Gebrüder Bachert mit einem Anhänger bestellt und 1955 in Dienst gestellt. Dabei handelt es sich um eine Landesbeschaffung, so dass die Gemeinde Rülzheim lediglich 2.000 DM, anstatt der normalen 4.000 DM, bezahlen musste.

30.12.1955: Der Gemeinderat beschloss den Kauf eines LF 8 mit Vorbaupumpe der Fa. Bachert auf Opel Blitz Fahrgestell. Es wurde für 33.186 DM gekauft und im Februar 1956 in Dienst gestellt. Der Anteil der Gemeinde Rülzheim von 22.886,45 DM wurde in drei Raten von Januar bis April 1956 bezahlt (laut Protokoll der Gemeinderatssitzung). Zum Vergleich sei erwähnt, dass das 35 Jahre später als Ersatz beschaffte LF 8 192.000,- DM kostete.

24.02.1959: Bestellung eines Kleinlöschfahrzeug TSF auf Ford 1250 Fahrgestell für 9.800,- DM (1.500, - DM Eigenanteil Gemeinde Rülzheim) bei der Firma Ohliger, Kaiserslautern. Im gleichen Jahr in Dienst gestellt. Weiterhin wurde 1959 eine Heusonde beschafft.

1972 wurden 2 DKW-Geländewagen aus Beständen der Landespolizei Rheinland-Pfalz gekauft und in vielen Arbeitsstunden in Eigenleistung als Mannschaftswagen und Führungsfahrzeug ausgebaut. Am 15.11.1973 beschloss der Gemeinderat die Übernahme der 350,- DM Anschaffungskosten, die aus der Kameradschaftskasse vorgestreckt worden waren.

19.02.1975: Beschluss des VG-Rates einen RW 2, Aufbau Fa. Ziegler, Giengen, auf Mercedes-Benz 1113 Fahrgestell, zu kaufen. Der RW 2 wurde im Rahmen einer Landesbeschaffung am 19.03.1976 beim Hersteller abgeholt und am 23.03.1976 von Innenminister Kurt Böckmann, zusammen mit weiteren RW 2 bei der Berufsfeuerwehr Ludwigshafen/Rhein, übergeben.

08.12.1975: Beschluss des VG-Rates ein TLF 16/25, Aufbau Firma Ziegler, auf Mercedes-Benz 1113 Fahrgestell zu kaufen, welches am 23.07.1976 offiziell in Dienst gestellt wurde.

Einsatzfahrzeuge 1976

18.10.1976: Der VG-Rat beschloss einen Spreizer der Fa. Hurst für den RW 2 zu beschaffen.

Im Laufe 1976 wurde von Josef Johann, Werner Jochim und Peter Fink ein Wasserwerfer auf einem Einachsanhänger in Eigenbau hergestellt. Er konnte ca. 1600 l/min. abgeben und wurde von zwei B-Rohren gespeist. 1990 wurde er ausgesondert und konnte erst 2005 durch einen tragbaren Wasserwerfer, Fabrikat Vogt, Schweiz, 1200 l/min, ersetzt werden.

1980: Der Verbandsgemeinderat beschloss zunächst den Kauf von 65 Uniformen. Als kurz darauf aber neues und besseres Material zur Verfügung stand, das auch noch wesentlich billiger war, erfolgte in der nächsten Sitzung ein neuer Ratsbeschluss, der den Kauf von 80 dunkelblauen Uniformen bei der Firma Bachert beinhaltete. Damit konnte alle Rülzheimer Wehrleute auf ein Mal ausgestattet werden. Die Kameradschaftskasse der Rülzheimer Wehr trat dafür in Vorleistung. Hemden und Binder zahlten die Wehrleute selbst. Gleichzeitig wurden Uniformen für alle vier Feuerwehren der Verbandsgemeinde gekauft.

1982: Der GW/AS des Landkreises Germersheim, Aufbau Fa. Schmitz, auf Mercedes-Benz 608 D Fahrgestell, wurde in Rülzheim stationiert.

11.03.1983: Anschaffung eines gebrauchten VW-Busses als MTF, das bis zum 14.07.2005 im Einsatz war.

1990 wurde ein Ford Taunus Kombi vom Autohaus Leibach, Rülzheim, gebraucht gekauft und in Eigenleistung zum ELW umgebaut.

Am 07.12.1990 wurde das LF 8 mit Vorbaupumpe, Aufbau Fa. Ziegler, auf Mercedes Benz 814 Fahrgestell für die Feuerwehr Rülzheim zugelassen und im Mai 2004 an die Freiwillige Feuerwehr Leimersheim abgegeben.

Am 15.02.1995 wurde ein VW-LT von den Gemeindewerken gebraucht übernommen, in Eigenleistung zu einem MZF umgebaut und bis 22.1.2007 eingesetzt.

Im Juni 1997 wurde das FüKom-Fahrzeug der Kreisverwaltung Germersheim, ein VW-Bus, Bj. 1985, bei der Freiwilligen Feuerwehr Rülzheim stationiert, in Eigenleistung von orange in feuerwehrrot umlackiert und bis 13.05. 2008 als ELW 1 genutzt.

DLK 23/12

10.10.1997: Eine DLK 23/12, Hersteller Fa. Camiva, Frankreich, Vertrieb Fa. Ziegler, auf Mercedes-Benz 1524 Fahrgestell, Baujahr 1994, wurde als Vorführfahrzeug gekauft und an diesem Tag offiziell in Dienst gestellt.

LF 16/12

16.05.2004: Das LF 16/12, Aufbau Fa. Ziegler, auf DaimlerChrysler Fahrgestell, Atego 1328, wurde in Dienst gestellt. Es ersetzte das LF 8, welches an die FF Leimersheim abgegeben wurde. Erstmals im Landkreis wurde ein Löschfahrzeug mit CAFS, das ist eine Druckluftschaumanlage, und einem Plasma-Schneidegerät, anstelle des herkömmlichen Schweißbrenners, beschafft.
Es war das erste Fahrzeug der Feuerwehr Rülzheim mit Automatic-Getriebe. Die nun folgenden Fahrzeuge werden auch alle mit einem Automatic-Getriebe beschafft.

MTF

22.05.2005: Ein MTF, Aufbau Fa. Zeich, Kandel, auf DaimlerChrysler Fahrgestell, Sprinter 311CDI, mittlere Version, wurde in Dienst gestellt. An den Kosten beteiligte sich der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr mit 17.000,- Euro.

WLF mit AB / Pritsche

08.10.2006: Ein WLF, vom Generalunternehmer Fa. Ziegler, mit Palfinger- Kran Typ 12502 und Palfinger Aufnahmeeinrichtung, sowie einer Rotzler Treibmatic-Seilwinde, 90 m Seillänge, auf DaimlerChrysler Fahrgestell, Axor 2528, wurde offiziell in Dienst gestellt. Gleichzeitig auch ein AB/Pritsche mit Plane und Spriegel, 10.000 kg Gesamtmasse und 23 cbm Laderaum, von der Firma Jerg, Baltringen.

Dezember 2005: Ein Elektro-Gabelstapler, Hersteller Firma Still, wurde gebraucht von der Firma Mülder, Karlsruhe, gekauft.


AB / AS

23.02.2007: Ein AB/AS, Hersteller Fa. GSF, Twist, wurde vom Landkreis Germersheim an die FF Rülzheim übergeben und ersetzte den GW/AS.





AB / Rüst

03.06.2007: Ein AB/ Rüst und Gefahrstoff, Hersteller, Fa. GSF, Twist, wurde offiziell in Dienst gestellt und ersetzte den RW 2.







TLF 16/12 Rohbauabnahme bei der Fa. Ziegler am 02.12.2008

Anfang 2009: Auslieferung eines TLF 16/25, Aufbau Fa. Ziegler, auf Mercedes-Benz Fahrgestell, Atego 1329 F, als Ersatzbeschaffung für das TLF 16/25 aus 1976









LF 16/12

Anfang 2009: Auslieferung eines ELW 1, Aufbau Fa. Schmidt, Nastätten/Frankenthal, auf Mercedes-Benz, Sprinter 315 CDI, mittlere Version, als Ersatzbeschaffung für das FüKom des Landkreises GER.









Anhang:

AL = Anhängeleiter
TS = Tragkraftspritze
TSF = Tragkraftspritzenfahrzeug
LF = Löschgruppenfahrzeug
TLF = Tanklöschfahrzeug RW = Rüstwagen
MTF = Mannschaftstransportfahrzeug
ELW = Einsatzleitwagen
MZF = Mehrzweckfahrzeug
DLK = Drehleiter mit Korb
WLF = Wechselladerfahrzeug
AB = Abrollbehälter
GW/AS = Gerätewagen Atem- und Strahlenschutz
FüKom = Führungs- und Kommunikationskraftwagen