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Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Rülzheim - Neuwahl des Wehrführers

Freitag 15.02.2013 um 19:30 bis 21:30

Wehrführer Manfred Leingang begann mit der Begrüßung, als ein Stromausfall die Fahrzeughalle verdunkelte und das Leuchtmittel des Beamers zerstörte. Nach 15 Minuten war der Fehler lokalisiert und ein Ersatzbeamer installiert worden.

Wehrführer Leingang konnte nun fortfahren und begrüßte Bürgermeister Reiner Hör, Ehrenwehrleiter und Ehrenwehrführer Peter Kupper, Ehrenstabführer Norbert Leingang, den 1. Vorsitzenden des Regionalfeuerwehrverbandes Vorderpfalz Hans-Georg Balthasar, sowie den Abteilungsleiter Sven Diener und Sachbearbeiter Sven Kröning. Auch hieß er 78 Angehörige der aktiven Wehr, des Musikzuges "Rote Husaren" und der Altersabteilung herzlich willkommen. Die Versammlung gedachte ihres am Vortag verstorbenen ehemaligen stellvertretenden Wehrführers, Willi Kupper.

Im Bericht zum Feuerwehrgeschehen führte Manfred Leingang aus, dass aktuell 66 Wehrleute im aktiven Dienst sind und 35 der Altersabteilung angehören. Fast die Hälfte der Aktiven, nämlich 32, ist zwischen 21 und 30 Jahren alt.

2012 rückte die Feuerwehr zu 74 Einsätzen aus, das sind 15 mehr als 2011. Davon waren 62 Prozent Brandeinsätze und 28 Prozent Hilfeleistungen. Der Rest waren sonstige Einsätze. Die Gesamteinsatzdauer 2012 betrug 127:17 Stunden, das sind über 30 Stunden mehr als im Vorjahr. Im Durchschnitt wurde ein Einsatz in 1:43 Stunden abgearbeitet. Für Einsätze und Übungen zusammen waren die Rülzheimer Wehrleute 2581 Stunden unterwegs. Die meisten Einsätze wurden zwischen 08.00 und 22.00 Uhr gefahren. In den Nachtstunden war es wesentlich ruhiger. Der Dezember war mit 12 Einsätzen der ereignisreichste Monat.

Besonders erwähnte der Wehrführer den Mähdrescherbrand am 18.07., der sich leicht zu einem Flächenbrand hätte ausbreiten können, da das Stoppelfeld sehr trocken gewesen war. Der schnelle Löscheinsatz verhinderte Schlimmeres. Am 21.7. war ein Pkw-Fahrer auf der Kuhardter Straße zu schnell unterwegs und überschlug sich auf dem Verkehrskreisel Römerstraße/Gutenbergstraße. Am 28.8. wurde eine Person nach einem Überschlag ihres Pkw auf der B 9 eingeklemmt und musste befreit werden und am 4.10. brannte ein Pferdestall in Hördt.

Eine größere Übung fand am 9.3. bei der Firma HWI in der Rheinzaberner Straße statt, an der alle Wehren der Verbandsgemeinde beteiligt waren. Am 15.9. waren bei einer Waldbrandübung westlich von Rülzheim die Wehren der Verbandsgemeinden Rülzheim und Herxheim tätig.

Weiterbildung ist in unserer Wehr ein großes Thema. Leider konnten wir 2012 nicht zu 100 Prozent die zugeteilten Lehrgänge an der Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule belegen. Eine kurzfristige Erkrankung und die Unabkömmlichkeit vom Arbeitsplatz waren die Ursache dafür. Neben diesen Lehrgängen in Koblenz ist die Teilnahme an Kreislehrgängen selbstverständlich. Außergewöhnlich war ein Tagesseminar in Technischer Hilfe, bei dem nagelneue Lkw der Fa. Mercedes-Benz regelrecht auseinandergeschnitten werden konnten. Eine wichtige Erfahrung für den Einsatzfall.

Philipp Kuhn und Jens Dudenhöffer führen die Grundausbildung durch, an der 8 junge Wehrleute aus den Wehren der Verbandsgemeinde teilnehmen.

In 14 Veranstaltungen, die 62,5 Stunden dauerten und 258 Teilnehmer, vor allem Kindergartenkinder und Schüler, erreichten, waren Wolfgang Sinn und das Team der Schulklassenbetreuer in der Brandschutzerziehung unterwegs.

Am 9.6. wurde der Wehr die Ehrenpatenschaft für den Rülzheimer Storch "Florian" zuteil.

Am 25.9. erfolgte der Spatenstich zum Neubau des Feuerwehrhauses im Nordring. Eine zukunftsweisende Investition in die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr.

Die neuen Digitalfunkgeräte sind in die Fahrzeuge eingebaut und es muss nun damit geübt werden.

Für die schnelle und umfassende Information der Bevölkerung über die Tätigkeiten der Feuerwehr im Heimatbrief und auf der Homepage der Feuerwehr bedankte sich Wehrführer Leingang bei Wolfgang Sinn und Miriam Geiger. Weiter bedankte er sich bei allen Gerätewarten, die das ganze Jahr neben Ausbildung und Übung viel Zeit in die Pflege der Einsatzgeräte investieren müssen. Einen besonderen Dank, verbunden mit der Übergabe eines kleinen Geschenkes, sprach Manfred Leingang seinem Sohn Simon aus, der mit einem Team für den Wirtschaftsbetrieb bei Übungen, Einsätzen und Festen verantwortlich zeichnet.

Den Bericht des Musikzuges "Rote Husaren" gab Dirigent Henric Franck ab. 45 Musiker, davon 39 voll aktiv, gehören zum Musikzug. 3 Musiker sind nur bei Umzügen dabei und 3 Musiker machen derzeit eine Berufs- bzw. Studienpause. 6 Musikschülerinnen und -schüler werden aktuell ausgebildet. 39 Musikstunden und 19 Auftritte waren zu absolvieren.
Auf der Liste der Auftritte fehlte dieses Jahr nach langen Jahren erstmals der "Goldene Löwe" in Speyer. Da die Karnevalisten den Tag mit einer weiteren Veranstaltung verlängerten, war das für den Auftritt der Musiker einfach zu viel. Daher wurde eine kleinere professionelle Musikerformation verpflichtet. Die "Roten Husaren" entwickelten sich weiter im Bereich Stimmungs- und Unterhaltungsmusik. Die langfristig angelegte Stiländerung hat zur Folge, dass kaum noch Weihnachts- und Kirchenlieder zum Repertoire gehören. Auch Umzüge lassen sich schlecht mit E-Gitarre, Schlagzeug und Gesang begleiten.

Neu angeschafft werden konnten Uniformwesten und ein gutes, gebrauchtes Markenschlagzeug. Aus der Jugend wurden Anne Johann, Tammy Kiefer und Rilana Kupper in die Hauptkapelle integriert.
Einen großen Dank sprach Henric Franck dem Jugendleiter Mathias Leingang aus, der neben Studium und aktiver Wehrangehörigkeit viel Zeit in die Jugendarbeit investiert. Weiteren Dank sprach er seinem Vizedirigenten Erhard Mendel und dem Musikervorstand Jürgen Schlindwein aus. Er lobte das Engagement aller Musikzugmitglieder die an einem Strang ziehen und mit denen ihm die Arbeit sehr viel Spaß bereitet. Abschließend wies Henric Franck auf das Bayrische Wochenende vom 14.-16.9.2013 hin, das wieder im Festwiesenhaus stattfinden wird.

Nun gab Hubert Wagner seinen letzten Kassenbericht ab. Er erklärte, dass er nach 28 Jahren, in denen der die Kasse der Feuerwehr geführt hatte, und 13 Jahren Schriftführer zuvor, sein Amt nun in jüngere Hände legen wird. Manfred Leingang bedankte sich für das außerordentliche Engagement von Hubert Wagner, der die Wehr immer bestens beriet und aufgrund seiner Fachkompetenz sicherlich den ein oder anderen Euro einsparen konnte, und überreichte ihm ein Geschenk. Die Kassenprüfer Thorsten Greiner und Martin Vetter bescheinigten dem Kassenwart eine einwandfreie Kassenführung und schlugen die Entlastung der Vorstandschaft vor, die einstimmig erfolgte.

Als nächster Punkt standen Beförderungen und Ehrungen an, die von Bürgermeister Reiner Hör vorgenommen wurden. Er verpflichtete für den Feuerwehrdienst Bent Hansen, Lukas Heubel, Isabel Mendel, Jan Ritter und Sebastian Will. Befördert wurden zum Oberfeuerwehrmann Michael Kuderna und Christian Mühl, zum Hauptfeuerwehrmann Bent Hansen und Sebastian Will, zur Oberlöschmeisterin Miriam Geiger, zum Brandmeister Jens Dudenhöffer und Philipp Kuhn und zum Oberbrandmeister Andreas Leingang.

Für langjährige Mitgliedschaft in der aktiven Wehr und im Musikzug wurden intern geehrt: Für 10 Jahre Christoph Franck, Steffen Clemens und Oliver Weiller, für 25 Jahre Hermann Schröck, für 30 Jahre Peter Booth, für 40 Jahre Bruno Heubel, Thomas Wolff, Jürgen Schlindwein, Michael Johann, Roland Leingang und Klaus Mayer.

Für 45 Jahre Kurt Müller. Er erhielt das Ehrenzeichen des Landes Rheinland-Pfalz. Manfred Leingang entschuldigte sich bei Kurt Müller, weil er im letzten Jahr vergessen wurde, als die Ehrungen von Landrat Dr. Brechtel vorgenommen wurden. Zu einem späteren Zeitpunkt in 2013 erhält Jürgen Ebler das Silberne Ehrenzeichen des Landes. Das Goldene Ehrenzeichen für 35 Jahre erhalten Michael Johann und Erhard Mendel und das für 45 Jahre Manfred Leingang und Karlheinz Sommer.

Da Manfred Leingang sein Amt als Wehrführer aufgibt, war eine Wahl eines neuen Wehrführers durch die aktiven Wehrangehörigen notwendig.
Bürgermeister Hör übernahm den Vorsitz des Wahlausschusses, assistiert von Sven Kröning als Schriftführer und den Beisitzern Bernhard Mohr und Wolfgang Sinn. 52 Stimmberechtigte waren anwesend und führten die Abstimmung in geheimer Wahl durch. Als Kandidat war im Vorfeld Andreas Leingang schriftlich vorgeschlagen worden. Weitere Vorschläge wurden aus der Versammlung keine gemacht. Mit 46 Ja-Stimmen wurde Andreas Leingang zum neuen Wehrführer gewählt.
Manfred Leingang muss nun vom Bürgermeister in einer Verbandsgemeinderatssitzung entpflichtet und Andreas Leingang als neuer Wehrführer und Ehrenbeamter verpflichtet werden. Manfred Leingang wird weiterhin sein Amt als Wehrleiter der Verbandsgemeindefeuerwehren ausüben.

Das Amt des Kassenwartes wurde mit Tobias Wagner, der einstimmig gewählt wurde, besetzt. Eine Wiederwahl zu Kassenprüfern erfolgte bei Thorsten Greiner und Martin Vetter.

Bürgermeister Hör sprach nun einige Grußworte. Er bedankte sich bei der Wehr und attestierte ihr einen guten Zusammenhalt und ein tadelloses Erscheinungsbild nach außen. Er sprach den Neubau des Feuerwehrhauses an und lobte den Leiter der Bauabteilung Sascha Schäffner für die Betreuung des Vorhabens. Dass er sich besonders einsetzt kommt nicht von ungefähr. Sascha Schäffner ist aktives Mitglied in der Wehr. Der Bezug des neuen Hauses wird nach Aussage des Bürgermeisters wohl erst 2014 erfolgen. Ob die Jahreshauptversammlung 2014 schon in den neuen Räumen stattfinden kann, muss noch abgewartet werden. Mit den Worten, das es nichts gibt, was nicht beseitigt werden kann, wenn man darüber redet, beendete der Bürgermeister seine kurze Rede.

Jetzt löste der 1. Vorsitzende des Regionalfeuerwehrverbandes Vorderpfalz, Hans-Georg Balthasar, das Rätsel seiner Anwesenheit. Es ist nämlich nicht üblich, dass der Vorsitzende an einer Jahreshauptversammlung teilnimmt. Er war gekommen, um Manfred Leingang eine nicht alltägliche Auszeichnung zu verleihen: die Goldene Ehrennadel des Landesfeuerwehrverbandes Rheinland-Pfalz.

In seiner Laudatio bezeichnete er Manfred Leingang als Kapitän der das Schiff "Feuerwehr Rülzheim", aber auch die Feuerwehr allgemein, im richtigen Fahrwasser führt. Sein langjähriges Engagement als Kreisausbilder, Wertungsrichter, Wehrführer, Wehrleiter und stellvertretender Kreisfeuerwehrinspekteur sei außergewöhnlich. Daher sei die Auszeichnung eine notwendige Folge. Unter lang anhaltendem tosendem Beifall der Anwesenden steckte er Manfred Leingang die Goldene Ehrennadel an. Seine anwesende Ehefrau Judith Leingang erhielt einen Blumenstrauß. Die Überraschung war gelungen, denn der Antrag auf die Ehrung erfolgte ohne dass Manfred Leingang es erahnte. Sichtlich bewegt bedankte sich Wehrführer Leingang.

Zur Kenntnis gab er im Anschluss, dass ein Löschgruppenfahrzeug des Katastrophenschutzes in Wörth stationiert wurde. Das Dekontaminationsfahrzeug für Personen wurde von der Hagenbacher Wehr abgegeben und fand seinen neuen Standort bei der Wehr in Kandel. Die Umstellung auf digitale Alarmierung wird sich verzögern, weil ein unterlegener Bewerber Widerspruch gegen die Ausschreibung und den Zuschlag des Landes eingelegt hat.

Zum Ende der Versammlung bedankte sich Manfred Leingang für die Unterstützung aller in der Umsetzung seiner Visionen und Ziele in unserer Feuerwehr. Seit dem 1.5.1996 sei doch vieles gelungen. Es gab Höhen, aber auch Tiefen. Nicht allen konnte er es immer recht machen. Bei denjenigen, denen er schon mal auf den Schlips getreten ist, entschuldigte er sich. Es sei ihm immer um die Feuerwehrsache gegangen. Mit der Bitte seinen Nachfolger, Andreas Leingang, ebenso gut zu unterstützen, wie er unterstützt wurde, beendete er den offiziellen Teil der Jahreshauptversammlung.

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verfasst am 25.02.2013 von Miriam Geiger