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Jahreshauptversammlung Feuerwehr Rülzheim

Freitag 11.03.2016 um 19:00 bis 20:55

Wehrführer Andreas Leingang begrüßte 68 Angehörige der aktiven Wehr, der Altersabteilung und des Musikzuges "Rote Husaren" im Schulungsraum des Feuerwehrhauses.

Besonders begrüßte er Bürgermeister Matthias Schardt, den stellvertretenden Wehrleiter Wolfgang Sinn, Ehrenwehrleiter und -führer Peter Kupper, Ortsbürgermeister Reiner Hör, Abteilungsleiter Sven Diener, Ehrenkassenwart Hubert Wagner und Ehrenmusiker Karlheinz Kupper. Dem erkrankten Wehrleiter Manfred Leingang sandte er die besten Genesungswünsche.

Die Anwesenden gedachten ihrem am 16.12. 2015 verstorbenen Kameraden Josef Hoffmann.

Im Bericht über das Feuerwehrgeschehen 2015 teilte der Wehrführer mit, dass 72 Frauen und Männer in der Feuerwehr aktiv sind. 39 davon sind zwischen 21 und 35 Jahre alt. 32 Kameraden gehören der Altersabteilung an. Der Musikzug hat 47 Mitglieder.

Die Wehr hatte 68 Einsätze, 13 mehr als 2014, zu bewältigen (19 Hilfeleistungen, 27 Gebäudebrände, 11 Objektbrände,
3 Fahrzeugbrände und 8 Sondereinsätze). Die Einsätze erstreckten sich über einen Zeitraum von 128 Stunden.

Die Wehrangehörigen waren für Einsätze und Übungen ehrenamtlich 3.314 Stunden unterwegs. Die Geräte müssen nach Einsätzen und Übungen gewartet und geprüft werden. 150 Stunden für die Atemschutzgeräte und 200 Stunden für die restlichen Geräte wurden von den Gerätewarten geleistet. Dazu kommen noch ungezählte Stunden für Lehrgänge und Sitzungen.

Die Feuerwehr Leimersheim rückte zu 21, die Hördter zu 11 und die Kuhardter Wehr zu 6 Einsätzen aus.

Die Einsätze verteilten sich relativ gleichmäßig über 24 Stunden. Zwischen 03:00 - 05:00 und 09:00-10:00 Uhr gab es 2015 keinen Einsatz.
Bei der Einsatzverteilung über die Monate gesehen ragte keiner heraus.

Erwähnenswert waren dem Wehrführer nachfolgende Einsätze:
Am 08.07.2015 fing während der Fahrt ein PKW im Motorraum an zu brennen. Der Fahrer stellte ihn auf einem Feldweg an der L 553 zwischen Rülzheim und Kuhardt ab. Der PKW brannte aus und auch die Fläche um ihn herum fing, bei sehr heißen Außentemperaturen, an zu brennen. Ein größerer Flächenbrand war zu befürchten. Durch schnelles Eingreifen der Rülzheimer und Kuhardter Wehr konnte dies verhindert werden.
Am 24.8. brannte eine Scheune in Bellheim. Mit der Drehleiter, dem Tanklöschfahrzeug und dem Abrollbehälter Atemschutz unterstützen wir die Kameraden aus Bellheim. Insgesamt waren wir über das Jahr fünf Mal in Bellheim gewesen.
Am 02.09. kam es zu einem Ereignis, das sicher in unsere Chronik an vorderster Stelle eingehen wird. Es brannte im eigenen Feuerwehrhaus. Bernhard Mohr, der im Bauhof arbeitet, entdeckte den Brand und löste Alarm aus. Er und der sehr schnell eintreffende Wehrleiter Manfred Leingang konnten alle Fahrzeuge aus der sich mehr und mehr mit dichtem Rauch füllenden Halle ins Freie fahren. Unter Mithilfe der Kameraden der Wehren der Verbandsgemeinde, aus Bellheim und von der Werkfeuerwehr Mercedes-Benz Werk Wörth, konnte der Brand rasch gelöscht und die weitere Einsatzfähigkeit aufrecht erhalten werden. Dennoch entstand, insbesondere durch Raucheinwirkung, ein in die hunderttausende gehender Sachschaden. Auslöser war wohl ein Defekt an der Photovoltaikanlage.

Obwohl bei dem Brand Dekorationsmaterial zerstört wurde, gelang es Feuerwehr und Musikzug eine Woche später das Bayrische Wochenende im Festwiesenhaus zu veranstalten. Durch die sehr große Unterstützung innerhalb der Wehr und des Musikzuges, aber auch von Fördervereinsmitgliedern, den Landfrauen und Freunden der Feuerwehr, war es möglich, den Gästen eine tolle Veranstaltung zu bieten.
Allein am Samstagabend waren 45 Musiker auf der Bühne und 45 Helfer in Küche und Ausschank. Dafür dankte Wehrführer Andreas Leingang sehr herzlich.

Am 18.04.2015 wurde die Atemschutzübungsanlage, die der Landkreis finanzierte, im Feuerwehrhaus Rülzheim von Landrat Dr. Fritz Brechtel, Bürgermeister Matthias Schardt , Kreisfeuerwehrinspekteur Mike Schönlaub und Wehrleiter Manfred Leingang offiziell eingeweiht. Gleichzeitig wurde auch der erste Atemschutzgeräteträgerlehrgang im neuen Feuerwehrhaus durchgeführt. Mathias Leingang organisiert den Betrieb der Anlage. Jährlich können so die Atemschutzgeräteträger der Wehren im Landkreis ihre Belastungsübung nunmehr im eigenen Landkreis absolvieren. 2015 engagierten sich für die Durchführung Rülzheimer Wehrleute in ca. 100 Stunden.

Nachdem Mathias Leingang 2014 einen Pilotlehrgang mit Rülzheimer Atemschutzgeräteträgern erfolgreich durchgeführt hatte, erfolgte 2015 erstmals eine Fortbildung für Atemschutzgeräteträger aus allen Wehren des Landkreises.

Wehrführer Leingang erwähnte in diesem Zusammenhang, dass die Leitung der Atemschutzgeräteträgerlehrgänge 20 Jahre lang in den Händen seines Vaters Roland lag. In dieser Zeit wurden ca. 400 Wehrleute ausgebildet. Nun hat Roland die Leitung an Mathias Leingang abgegeben. Für sein langjähriges Engagement dankte Andreas Leingang seinem Vater recht herzlich.

Jens Dudenhöffer, Fabian Mohr und Mitja Ravnikar (Kuhardt) führen die Grundausbildung für alle Wehren der Verbandsgemeinde durch. Der Gruppe gehören 22 junge Frauen und Männer an.

In 13 Veranstaltungen, die 57,5 Stunden dauerten und 262 Teilnehmer, vor allem Kindergartenkinder und Schüler, erreichten, waren Wolfgang Sinn und das Team der Schulklassenbetreuer in der Brandschutzerziehung unterwegs.

Über die Aktivitäten wird die Bevölkerung über den Heimatbrief und die Homepage der Feuerwehr zeitnah von Wolfgang Sinn und Miriam Geiger informiert. Bernhard Mohr liefert häufig dazu professionelle Fotos.

Am Schluss seiner Ausführungen bedankte sich Andreas Leingang bei allen Wehrangehörigen für das Geleistete im abgelaufenen Jahr.
Besonders erwähnte er seinen Stellvertreter Roland Leingang, Wehrleiter Manfred Leingang, die Führungskräfte, den Verwaltungsrat, sowie Simon Leingang, der den Wirtschaftsbetrieb bei den Veranstaltungen führt. Eingeschlossen in den Dank waren auch Eugen Seither und Karlheinz Kupper, die sich um das Häuschen auf dem Festwiesengelände kümmern.

Dirigent Henric Franck informierte die Anwesenden, dass der Musikzug "Rote Husaren" die jährlich bekannten Auftritte auch in 2015 hatte. Zudem wurde am Umzug des Heimatfestes, bei tropischen Temperaturen, teilgenommen. Die Musiker hatten sich besonders auf das Bayrische Wochenende vorbereitet und waren dazu auch in Klausur gewesen. Die tolle Kameradschaft erfülle ihn mit Stolz. Franck bedankte sich bei allen Musikern für ihr Engagement. Besonders nannte er den Musikervorstand Jürgen Schlindwein, das "Orga-Team" mit Notenwartin Martina Jantzer und Michaela Bouchè und Christian Müller, der die Homepage pflegt. In 2017 wird der Musikzug 60 Jahre alt, und es findet daher ein Bayrisches Wochenende statt.

Kassenwart Tobias Wagner berichtete von einer zufriedenstellenden Kassenlage. Ihm wurde von Martin Vetter, der mit Thorsten Greiner die Unterlagen geprüft hatte, eine einwandfreie Führung der Kasse bescheinigt. Die Entlastung der Vorstandschaft wurde von der Versammlung einstimmig, bei drei Enthaltungen, erteilt.

Bürgermeister Schardt bedankte sich für die geleistete Arbeit. Die Mannschaft sei stark und die Motivation sehr hoch. Dies findet auch im Landkreis Beachtung. Die Roten Husaren seien über die Grenzen Rülzheims hinaus ein Werbeträger für Feuerwehr und Gemeinde.
Er wies auf die angelaufene Nachwuchswerbung der Feuerwehr hin.
Die beste Werbung seien allerdings die Wehrleute selbst, die mit ihrem Tun und Wirken ein Vorbild geben. Dass der neueste technische Stand der Ausrüstung und das neue Feuerwehrhaus sicher nicht negativ für den Gewinn neuer Wehrleute sind, sei klar.
Die Verwaltung sei gerade dabei die Abwicklung des Brandschadens im Feuerwehrhaus zu betreuen. Auch soll in 2016 eine örtliche Einsatzleitung für den Katastrophenfall mit Feuerwehrleuten und Verwaltungsmitarbeitern zusammengestellt und ausgebildet werden.
Wehrleiter Manfred Leingang hat dazu schon Unterlagen vorbereitet.
Da die Drehleiter in die Jahre gekommen ist, wurde die Verwaltung vom entsprechenden kommunalpolitischen Ausschuss beauftragt, die ersten Schritte für eine Ersatzbeschaffung einzuleiten. Das Ziel ist die Realisierung in 2018.

Bürgermeister Schardt verpflichtete per Handschlag neue Wehrleute für den Feuerwehrdienst: Thomas Dreyer, Manuel Essert, Julian Großhans,
Henry Harder, Maximilian Juchem , Lucas Leibach, Christian Müller, Jochen Werling, Michael Zasada , Jürgen Fischer.
Zu Oberfeuerwehrmännern wurden Tobias Hauth, Steven Hoffmann, Tim Johann, Sebastian Kuhn, Harry Marthaler und Jan Ritter ernannt.
Löschmeister wurden Michael Kuderna und Andreas Wolf.

Auf Grund langjähriger Mitgliedschaft wurden folgende Feuerwehr- und Musikzugmitglieder geehrt:
10 Jahre: Jonas Bart, Benjamin Geissert, Katinka Greiner, Saskia Jantzer, Andreas Wolf
25 Jahre: Bent Hansen und Michael Wolff werden mit dem Feuerwehrehrenzeichen in Silber des Landes Rheinland-Pfalz geehrt.
35 Jahre: Stephan Renner; das Feuerwehrehrenzeichen in Gold des Landes Rheinland-Pfalz wird vom Landrat bei einer Dienstversammlung im Spätjahr 2016 überreicht.
40 Jahre: Stefan Kupper
45 Jahre: Roland Leingang; das Feuerwehrehrenzeichen in Gold mit Eichenlaubkranz des Landes Rheinland-Pfalz wird vom Landrat bei einer Dienstversammlung im Spätjahr 2016 überreicht.

Stellvertretender Wehrleiter Wolfgang Sinn beglückwünschte zunächst in seinen Grußworten die Geehrten und Ernannten. Er wies darauf hin, wie wichtig das Ehrenamt Feuerwehr für alle Mitbürgerinnen und Mitbürger ist. Er ging auf die Novellierung des Landesbrand- und Katastrophenschutzgesetzes von Rheinland-Pfalz ein, die der Landtag wenige Tage zuvor beschloss. Sie beinhaltet eine Reihe von Verbesserungen für die Wehrleute. Die zunächst in der Presse veröffentlichte Verlängerung der Dienstzeit auf 67 Jahre, stimmt allerdings so nicht. Es bleibt bei 63 Jahren für das Ende der aktiven Feuerwehrtätigkeit. Auf Wunsch der Wehrleute und mit Zustimmung des Bürgermeisters können Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung für bestimmte Einsätze und Tätigkeiten weiter verpflichtet werden.

Der stellvertretende Wehrführer Roland Leingang dankte seinem Sohn, Wehrführer Andreas Leingang, für sein außerordentliches Engagement.
Dieser wiederum überraschte seine anwesende Ehefrau und auch aktive Wehrfrau mit einem schönen Blumenstrauß als Dank für Ihre Unterstützung in seiner Funktion. Mit dem Leitspruch "Gott zur Ehr' dem Nächsten zur Wehr" schloss er die Versammlung.

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verfasst am 24.03.2016 von Miriam Geiger